Die Szene, der Markt
Zur Einschätzung und als Beispiel für eine Vorgehensweise nehmen wir eine Offerte aus MG 211, Januar 2026:
BMW R 850 R, Tripteq-Umbau mit Dnepr-Beiwagen, umgebaut 2023 beim km-Stand 59.000, aktueller km-Stand 65.000, einige Extras. Preis VB 8500 Euro.
Die Angaben sind geglättet. Nicht angegeben war das Baujahr. Die Gebrauchtpreise für das Solomotorrad bewegen sich im Januar 2026 bei 3000 Euro. Gehen wir bei den Gesamt-Umbaukosten von 7000 Euro aus, ist der Preis auf Verhandlungsbasis (VB) realistisch.
Yamaha Vmax 1700, 200 PS, 41.000 km, Gespannumbau 2015 bei Fa. Mobec mit Zero GTO. Preis 35.000 Euro.
Die Gebrauchtpreise für das Solomotorrad bewegen sich im Januar 2026 bei 17.000 Euro. Der Verkäufer gibt an, dass dieses Gespann in MG 172 vorgestellt wurde. Dort können wir nachlesen, dass der Umbau einst ab 20.000 Euro angeboten wurde. Da aber etliches an Zusatzausstattung verbaut ist, werden die Umbaukosten wohl über 25.000 Euro gelegen haben.
Nach der Faustformel für den Gespann-Gebrauchtpreis ist die Preisvorstellung des Verkäufers um etwa 5000 Euro zu hoch. Doch Vmax-Angebote der 1700er sind dünn gesät und wer einen solchen Boliden haben möchte, muss vielleicht auch einen Zuschlag in Kauf nehmen.
Ein angemessener Preis ist hauptsächlich von drei Faktoren abhängig:
Von Angebot und Nachfrage
den Anschaffungskosten
und dem Zustand des Fahrzeugs.
Kalkuliert der Verkäufer den Gebraucht-Verkaufspreis nach den heutigen Anschaffungskosten ist er auf dem Holzweg. Hier macht der Markt keinen Unterschied zwischen Solomotorrad, Gespann oder Automobil.
Gebrauchtkaufcheck
Anfänger und Einsteiger haben es besonders schwer, den Zustand eines gebrauchten Gespannes richtig zu beurteilen. Wie soll ein Solist beurteilen, ob das BMW-Gespann richtig läuft? Ist die fehlende Beiwagenbremse tatsächlich Stand der Technik, oder hat sich der Verkäufer nur passende Argumente zurecht gelegt, um sein Fahrzeug los zu werden? Ist die Gummiweiche Federung gespanntypisch? Und ist es normal, dass bei jeder Bremsung stark gegengelenkt werden muss?
Alle diese Fragen lässt man am besten bei einem Fachmann im Rahmen eines Gebrauchtkaufchecks beantworten. Viele Gespannhersteller bieten diesen Check an. Die ausführliche Kontrolle mag 200 Euro kosten, aber das ist sie wert. Einige Hersteller bieten diesen Service für Dreiräder aus eigener Herstellung kostenlos an. Festgestellte Mängel werden erläutert und die Kosten zur Beseitigung aufgelistet. Als Kunde hat man sofort den Überblick, was eine Reparatur kostet. Das erleichtert die Kaufentscheidung ungemein.
Billig, aber nicht um jeden Preis
Ist ein günstiger Einstandspreis für das Gespann oberste Priorität, kommt man schnell auf die Idee, das Wunschgespann mit gebrauchten Komponenten selbst aufzubauen. Das Internet als Verkaufsplattform kann dabei eine langwierige Suche erleichtern. Man findet Gespannräder ebenso wie komplette Beiwagen, aufbaufähige Gespanne oder nur Anschlussteile.
Die Problematik solcher Eigenbauaktionen wird allzu gern vernachlässigt. Als erstes stellt sich die der Zulassungsfähigkeit. Haben die Teile überhaupt die Chance, vom TÜV abgenommen zu werden, oder stammen sie aus einem uralten Crossgespann, das nie eine Straßenzulassung gesehen hat? Ist die Schwinge tatsächlich für mein Wunschgespann geeignet? Haben die Räder tatsächlich erst 10.000 Kilometer Laufleistung, oder hat einer der Vorbesitzer eine Null vergessen? Manches Schnäppchen kann sich schnell als Fass ohne Boden.
Haben wir uns mit zugekauften Komponenten eingedeckt, bleibt immer noch die Frage, ob sie auch untereinander passen. Ein EML-Rohrspeichenrad in eine Wasp-Schwinge einzubauen und dazu eine Bremse von ich-weiß-nichtmehr- woher zu adaptieren, erfordert nicht nur die Ausstattung eines Mechaniker-Betriebs, sondern auch sehr viel Erfahrung. Und die Zweifel des Sachverständigen bei TÜV oder DEKRA an unserem technischen Können schweben wie ein Damoklesschwert über dem Projekt. Nicht umsonst tauchen immer wieder Bauruinen in den Verkaufsofferten auf.
Wichtige Fragen für alle die sich an ein solches Projekt heranwagen sind: Ist eine Schraubergarage vorhanden und haben Familie und Nachbarn ein einsehen? Meist dauern diese Projekte länger als man kalkuliert.
China-Gespanne und rustikaler Charme
Ural-Gespanne galten einst besonders preiswert in der Anschaffung. Doch gingen die Preise in den letzten Jahren steil nach oben. Die Gespanne mit dem rustikalen Charme, die z.B. 2005 als neues Komplettgespann gerade mal 6000 Euro kosteten, haben aber immer noch eine treue Fangemeinde.
Günstig sind die Gespann-Serienproduzenten die seit dem Jahr 2020 vermehrt in den Markt eingetreten sind, zum Beispiel: QJ Motor, Mash, Changjiang aber auch Royal Alloy.
High-Tech-Gespanne
Gespanne sind sehr individuelle Fahrzeuge. Sieht man einmal von den oben genanten Serienprodukten ab, so werden fast alle Dreiräder nach den persönlichen Wünschen des Käufers gebaut. Der Wertverlust bei High-Tech-Gespannen und exklusiven Einzelanfertigungen ist in den ersten beiden Jahren nach dem Kauf immens. Die Preisabschläge sind ähnlich wie bei Pkw-Nobelkarossen. Mit einem Verlust von etwa 40 Prozent kann man in den ersten zwei Jahren kalkulieren. Was für den Käufer schmerzlich ist, freut den Käufer.
Als Ausnahme gelten Gespanne die als Liebhaberfahrzeuge gelten. Hat man sich in einen solchen Boliden verguckt, muss in der Regel der Geldbeutel weit aufgemacht werden.
Empfehlung für Gespann-Neulinge: Zunächst eine Saison auf anderen Gespannen Erfahrungen sammeln.
Wertstabil
Als besonders Wertstabil gelten die in Kleinserie gefertigten Gespanne des französischen Herstellers Side Bike. Die Besitzer sind mit ihrem Fahrzeug zufrieden, und Gebrauchte landen nicht so häufig auf dem Markt. Die konstante Modellpolitik der Franzosen macht sich für den Verkäufer immer noch positiv bemerkbar.
Ziemlich wertstabil sind Gespanne mit einer BMW als Zugmaschine. Die Kilometerleistung spielt eine untergeordnete Rolle, eher die Fahrwerksausstattung.
Bei neueren Modellen aus den 2010er Jahren und wenig Kilometerleistung ist ein Zuschlag zu leisten. Als Gebrauchtkäufer mit technischem Verständnis kann man bei diesen Gespannen wenig falsch machen. Wertbeständigkeit sorgt auch für minimalen finanziellen Verlust bei einem späteren Weiterverkauf. Eine Überlegung die in die Kaufabsicht einfließen sollte.
Vorsicht bei der Reifenfrage
Beim Kauf sollte unbedingt die Verfügbarkeit der Reifengrößen geprüft werden. Gibt es nur einen Anbieter der irgendwann nicht mehr die eingetragene Reifendimension herstellt, kann es sehr teuer werden.
Der Gebrauchtkauf
Besonders Einsteigern ist zum Gebrauchtgespann zu raten.
Für Anfänger, Wiedereinsteiger und auch Interessenten an einem Zweitgespann ist der Gebrauchtkauf immer eine Alternative. Auch kannst Du bei Gespannhändlern nach Gebrauchten fragen. Auch Fahrzeuge die schon zehn bis zwanzig Jahre alt sind, haben oft eine geringe Laufleistung und sind preislich interessant.
Klare Empfehlung: Keine Gespanne ohne abgelaufene HU kaufen. Bei Zweifeln, mit einem Gespannhersteller Rücksprache halten.
Gespannkauf unter Privatleuten
Beim Gespannkauf unter Privatleuten ist darauf zu achten, dass das Fahrzeug angemeldet und damit haftpflichtversichert ist. Ohne amtliches Kennzeichen darf der Kaufinteressent das Fahrzeug nicht auf öffentlichen Straßen bewegen, es besteht kein Versicherungsschutz!
Ist das Fahrzeug zugelassen, so zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung bei einem verschuldeten Unfall die Schäden, die allen außer dem Halter des Gespanns entstanden sind. Ein Streitpunkt könnte jedoch sein, dass der Versicherungsnehmer im Schadenfreiheitsrabatt zurückgestuft wird, und den so entstehenden finanziellen Verlust vom Probefahrer ersetzt haben möchte.
Bei Schäden am Verkaufsfahrzeug selbst werden zwei Fälle unterschieden: Besteht Vollkaskoschutz für das Fahrzeug, übernimmt die Versicherung den Schaden, sofern nicht grobe Fahrlässigkeit oder Vorsatz vorliegt. Kommt es danach zu einer Herabstufung der Schadenfreiheitsklasse, trifft dies den Halter des Fahrzeugs, solange nichts anderes vereinbart wurde. Außerdem wird die vereinbarte Selbstbeteiligung fällig. Diese Summe von Käufer zurückzubekommen, ist in der Praxis schwierig, wenn zuvor keine entsprechende Regelung getroffen wurde.
Ist das Fahrzeug nicht vollkaskoversichert, muss der Probefahrer den Schaden unter Umständen aus eigener Tasche zahlen, und zwar auch schon bei leichter Fahrlässigkeit. In der Vergangenheit haben die Gerichte in diesem Fall unterschiedlich entschieden. Manche Richter folgten bei ihrem Urteil den Regeln des Händlerverkaufs (stillschweigende Haftungsfreistellung), andere brummten dem Probefahrer die volle Haftung auf.
Tipp: Verkäufer und Käufer sollten vor Antritt der Probefahrt vereinbaren, wie die Haftung bei Unfall geregelt sein soll. Außerdem sollte sich der Verkäufer des Fahrzeugs vor der Probefahrt immer Personalausweis und Führerschein des Kaufinteressenten zeigen lassen. Denn wenn dieser ohne gültigen Führerschein unterwegs ist, verliert der Verkäufer seinen Versicherungsschutz.
Die Vorgehensweise beim Kauf
„Dieses Gespann gefällt mir. Genau das will ich haben!“ Du kannst dich glücklich schätzen, wenn du das sagen kannst.
Das optische Erscheinungsbild beeinflusst zweifellos Ihre Kaufentscheidung bei einem Gespann. Es sollte jedoch nicht ausschließlich der Maßstab sein. Obwohl du einen Gespannkauf niemals mit Vernunft erklären sollten, ist es kein Widerspruch, wenn man mit Realismus an dieses faszinierende Hobby herangeht. Egal, ob das Gespann mit Ultrabreitreifen im High-Tech-Fahrwerk oder 19-Zoll-Speichenräder im Retro-Look.
An erster Stelle frage dich:
Welches Gespann passt zu mir?
Gehe strukturiert vor, und das beste Hilfsmittel dazu ist ein Gespannkatalog.
Der MOTORRAD-GESPANNE-Katalog erschien einst alle vier Jahre. Er ist sozusagen die Ausgangsbasis. Über 120 Beiwagen werden darin mit den technischen Daten und den Neu-Preisen beschrieben. Auf ähnliche Weise auch Komplettgespanne und die erforderlichen maschinenseitigen Gespannumbauten um das Solomotorrad gespanntauglich zu machen.
Auch ältere Katalogausgaben sind Interessant, wenn auch das Gespann aus dem jeweiligen Jahrgang ist.
Vorteile:
Die vielen Abbildungen im MOTORRAD-GESPANNE-Katalog zeigen Beiwagenvarianten die mit allen gängigen Motorradtypen kombiniert sind. Um die Qual der Wahl zu vereinfachen, streiche im Katalog alle Fahrzeuge durch, die für dich NICHT in Frage kommen. Übrig bleiben die interessanten Beiwagen bzw. Gespanne. Damit hast du "deinen" individuellen Gespann-Katalog.
Zu den Abbildungen im Katalog sagt der dazugehörige Text auf einen Blick alles über den jeweiligen Beiwagen bzw. den Umbau: Die Maße des Beiwagens, ob der Seitenwagen ein Verdeck oder eine separate Bremse hat, für wie viel Personen er geeignet ist, und er gibt auch Auskunft über eventuelle Besonderheiten.
Anhand der angegebenen Neu-Preise können lässt sich abschätzen, ob ein geforderter Gebrauchtpreis realistisch ist. Wie schon angesprochen, sind besonders bei hochpreisigen Gespannen der Wertverlust in den ersten Jahren gewaltig. Ist ein Gespann 10 oder gar 20 Jahre alt, tendiert der jährliche Wertverlust gegen Null.
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Faustformel für den Gebrauchtpreis: Zeitwert des Motorrades plus die Hälfte des Neupreises von Beiwagen- und Umbaukosten. |
Tipps zum Besichtigungstermin
Schreibe deine drei wichtigsten Anforderungen auf, welche du an das neue Gebrauchtgespann stellst.
Vor dem Besichtigungstermin möglichst viel über das Fahrzeug und den bisherigen Einsatzzweck telefonisch erfragen. Eventuell die Aussagen des Verkäufers notieren.
Ist der angegebene Preis ein Festpreis?
Besichtigungstermine nicht in der Dämmerung vereinbaren.
Kann der Verkäufer schriftlich zusichern, dass alle Umbauten eingetragen sind?
Zeigen lassen: Fahrzeugschein und -brief, Gutachten, Belege, Protokoll der letzten Hauptuntersuchung, Serviceheft etc.
Beim Fahrzeug-Brief beachten:
- Die Zahl der Vorbesitzer
- Welche Veränderungen sind (nicht) eingetragen.
- Der Brief gibt Auskunft über den rechtmäßigen Besitzer des Gespannes.
- Wenn Eigentümer und Verkäufer nicht identisch sind, sollte eine Vollmacht des Verkäufers vorliegen.
- Fahrgestellnummer vergleichen.
- Fzg.-Brief und -Schein vergleichen.
Einen Berater zum Besichtigungstermin mitnehmen.
Stimmt der Termin der Prüfplakette mit dem Eintrag im Fzg.-Schein überein?
Tipps zum formulieren einer Kleinanzeige
„Suche Gespann“
Grundsätzlich gilt: Je detaillierter du dein Wunschgespann beschreibst, desto mehr filterst du und umso weniger Angebote wirst du erhalten. Beschränke dich sich auf die wirklich wichtigen Dinge. Die Details klärt man am besten telefonisch.
Empfehlenswert ist ein kleiner Merkzettel, worauf du deine wichtigsten Fragen notiert hast.
Hier einige Beispiele für Verkaufsinserate:
Suche Tourengespann, über 70 PS, mit japanischer
Zugmaschine, guter Zustand, Baujahr egal. Tel. …
Suche BMW- oder Guzzi-Gespann mit TÜV
für unter 7000 Euro. Tel. …
Suche Familiengespann,
nicht älter als fünf Jahre. Tel. …
Suche Gespann für den Winter, Optik egal,
technisch gut, etwa 50 PS. Tel. …
Tipps zum formulieren einer Kleinanzeige
„Verkaufe Gespann“
Auch hier gilt, gehe nicht zu sehr ins Detail.
Angaben die aber in jede Kleinanzeige gehören sind:
Einen realistischer Preis (siehe Faustformel)
Marke/Typ der Zugmaschine
Marke/Typ des Beiwagen
Baujahr der Zugmaschine
Jahr des Umbaus zum Gespann
Kilometerstand
Nächste HU (TÜV)
Preis, Verhandlungsbasis oder Festpreis
Zu beachten:
Beim VB-Preis einen Verhandlungsspielraum berücksichtigen.
Den absolut möglichen Tiefstpreis festlegen.
Eine Festnetz-Telefon-Nummer kann die Seriosität des Angebots erhöhen.
Vor dem Besichtigungstermin das Fahrzeug säubern. Für den erste Eindruck gibt es keine zweite Chance.
Das Gespann möglichst in heller, freundlicher und sauberer Umgebung präsentieren.
Ein neuer TÜV erhöht die Verkaufschancen.
Alle vorhandene Dokumente, bereitlegen: Fahrzeupapiere, Gutachten, Belege, Serviceheft etc.
Schreibe alle Vorteile deines Gespannes auf damit beim Verkaufsgespräch nichts vergessen wird.
Keine Mängel verschweigen!
Wir empfehlen, nur Probefahrten von Käufern durchführen zu lassen die mit dem Gespann anreisen. Überlege Dir vorher eine geeignete Strecke.
Plane ausreichend Zeit für den Verkauf ein.
Zwei vorbereitete Kaufverträge bereitlegen.
Einen Muster-Kaufvertag findest du im Unterordner.
Checkliste zur Beurteilung eines Gebrauchtgespanns
Diese Checkliste soll dich dabei unterstützen, den Zustand eines Gebrauchtgespanns systematisch zu bewerten und Fehlkäufe zu vermeiden.
Vor der technischen Prüfung: Der erste Eindruck
Bereits vor der detaillierten Begutachtung liefern Umfeld und Verkäufer wichtige Hinweise auf die Qualität des Angebots:
Der Verkäufer: Eine motorradfahrende Familie kann auf einen pfleglich behandelten Motor hindeuten. Andererseits haben Kinder das Boot möglicherweise als Abenteuerspielplatz genutzt.
Nutzung: Gibt es weitere Fahrzeuge, oder musste das Gespann seinen Besitzer täglich bei Wind und Wetter zur Arbeit bringen? Ganzjährige Alltagsnutzung hinterlässt Spuren.
Standort: Steht das Gespann geschützt in einer Garage oder verwittert es unter freiem Himmel?
Werkstatt: Hat der Besitzer selbst geschraubt? Falls ja, wirf einen Blick in seine Werkstatt. Eine ordentliche, gut ausgestattete Werkstatt spricht für sorgfältige Wartung – Chaos deutet auf das Gegenteil hin.
Systematische Vorgehensweise
Gehe methodisch vor und prüfe das Gespann nach Baugruppen geordnet. Scheue dich nicht, Notizen zu machen – ein seriöser Verkäufer wird dies akzeptieren.
Bewährte Tipps:
Nimm eine zweite Person mit: Vier Augen sehen mehr als zwei, und ein Unbeteiligter kann überschwängliche Begeisterung realistisch einordnen.
Wird dein Partner oder deine Partnerin häufig im Beiwagen mitfahren, sollte er oder sie ebenfalls probesitzen und -fahren.
Du solltest Grundkenntnisse der Gespanntechnik besitzen, um den Zustand beurteilen zu können. Falls nicht, nimm eine sachkundige Person mit.
Rechtliche Absicherung
Kaufvertrag: Schließe grundsätzlich einen schriftlichen Vertrag ab, um Missverständnisse zu vermeiden und beide Seiten abzusichern. Einen Mustertext findest du oben.
Fahrzeugpapiere: Finger weg von Gespannen ohne Fahrzeugbrief! Nur in Ausnahmefällen (Oldtimer, Sportfahrzeuge) kann dies toleriert werden. Bestehe in diesem Fall auf:
Schriftliche Versicherung des Verkäufers, dass das Fahrzeug nicht gestohlen ist und sich in seinem Alleineigentum befindet
Zahle erst nach schriftlicher Bestätigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA), dass das Gespann nicht als gestohlen gemeldet ist
Anfrage beim Kraftfahrt-Bundesamt: Kraftfahrt-Bundesamt
Fördestr. 16
24944 Flensburg
Tel. 0461/316-0
Teile schriftlich mit, dass sich das Fahrzeug in deinem Besitz befindet (Fahrzeug-Ident-Nummer, Hersteller und Typ angeben) und bitte um Bestätigung, dass es nicht gestohlen ist. Die Antwort erfolgt nach etwa sechs Wochen per Nachnahme.
Wichtige Hinweise zur Übergabe:
Haftung: Ab Übergabe gehen alle Schäden zu deinen Lasten – auch wenn das Gespann noch auf den Verkäufer zugelassen ist.
Datum und Uhrzeit der Übergabe im Kaufvertrag festhalten.
Ummeldung: Melde das Fahrzeug schnellstmöglich um – dies ist Aufgabe des Käufers.
Versicherung: Erkundige dich nach der Versicherung des Verkäufers. Unter Umständen kannst du sie zu günstigen Konditionen übernehmen.
Achtung: Die Checkliste (PDF-Dokument) kann, bei konsequenter Anwendung, durchaus geeignet sein den Verkäufer in den Wahnsinn zu treiben. Bleib´ gnädig und streiche die Punkte an, die für dich wichtig sind.
*Bewerte nach dem Schulnotensystem.
** Bei „Wert“ kannst du Messergebnisse eintragen, z.B. Reifenprofiltiefe.
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Anmerkung zum Gespann-Neukauf: Lieferzeiten Um Enttäuschungen möglichst zu vermeiden, sollte die zugesagte Lieferzeit vertraglich fixiert sein. Wird das vereinbarte Lieferdatum überschritten, sollte die Verfahrensweise im Vertrag festgelegt sein. (Verträge macht man, so lange man sich noch verträgt).
Anzahlungen Sind Anzahlungen zu leisten, empfiehlt es sich diese über eine Treuhandkonto abzuwickeln. |
Siehe auch Eintrag Gespannpreise