Corrado Frera (*23. März 1859 in Bad Kreuznach; † 20. März 1941 in Mailand) war ein italienischer Unternehmer deutscher Herkunft und einer der bedeutendsten Pioniere des italienischen Motorradbaus. Er gründete 1905 in Tradate die Società Anonima Frera, die sich bis in die späten 1920er Jahre zum größten italienischen Motorradhersteller entwickelte.
Unternehmensgeschichte
Frera begann seine Laufbahn als Händler und Reparateur von Fahrrädern und importierten Motorrädern in Mailand. Bereits um 1903 errichtete er in Tradate eine eigene Fabrik, aus der 1905 die Società Anonima Frera hervorging. Anfangs wurden Motorräder mit zugekauften Motoren von NSU und Zédel gefertigt; ab etwa 1914 entwickelte Frera eigene Motoren und Fahrwerke. Das Unternehmen produzierte ein breites Spektrum von Einzylinder- und V-Zweizylinder-Maschinen mit Hubräumen bis über 1.100 cm³. Während des Ersten Weltkriegs gehörte Frera zu den wichtigsten Lieferanten der italienischen Armee.
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Gespann- und Beiwagenbau
Frera war nicht nur Motorradhersteller, sondern bot bereits früh komplette Motorradgespanne an. Besonders die großvolumigen V-Twin-Modelle mit 750 bis 1.135 cm³ eigneten sich hervorragend zum Betrieb mit Beiwagen. Die Werksgespanne wurden sowohl an zivile Kunden als auch an militärische Stellen geliefert.
Die Beiwagen zeichneten sich durch folgende Merkmale aus:
stabile Stahlrohr- bzw. Stahlblechkonstruktionen,
elegante, stromlinienähnliche Karosserien im Stil der 1920er Jahre,
Ausführungen für Personen- und Lastentransport,
militärische Varianten mit Halterungen für Maschinengewehre und Gepäck.
Vor allem während des Ersten Weltkriegs fanden Frera-Gespanne breite Verwendung bei der italienischen Armee als Melde-, Transport- und Aufklärungsfahrzeuge. In den 1920er Jahren gehörten die luxuriösen Tourengespanne zu den renommiertesten Angeboten des italienischen Marktes.
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Motorsport
Frera war eine der ersten italienischen Marken, die den Motorsport gezielt zur technischen Entwicklung nutzte. Das Unternehmen erzielte zahlreiche Erfolge bei Langstreckenfahrten und Zuverlässigkeitsprüfungen, unter anderem beim Raid Nord–Sud sowie bei der Roma–Napoli–Roma. Die Rennsporterfolge stärkten den Ruf der Marke erheblich.
Niedergang
Mit der Weltwirtschaftskrise ab 1929 brachen die staatlichen Aufträge weitgehend weg. Corrado Frera schied wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Vorstand aus dem Unternehmen aus. Nach einer Insolvenz 1933 wurde die Produktion zwar noch einmal aufgenommen, doch 1936 endete die Fertigung endgültig.
Ausriss aus MG 36.
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Bedeutung
Frera zählt zu den bedeutendsten Pionieren des italienischen Motorradbaus. Besonders die leistungsstarken Gespanne und militärischen Beiwagenkombinationen trugen wesentlich zum internationalen Ansehen der Marke bei. Heute erinnern das Museo della Motocicletta Frera sowie zahlreiche restaurierte Fahrzeuge an die traditionsreiche Marke.
War Frera der Erfinder des Klappenauspuffs?
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Frera gilt heute als einer der wichtigsten historischen Hersteller italienischer Motorradgespanne und war in den 1910er- und 1920er-Jahren einer der technologischen Vorreiter auf diesem Gebiet.
Beiträge in MG 36, 103
Siehe auch: Meldi, Longhi, SMIT, C.I.M.T., Tittarelli
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