Sandbahn

Sandbahnrennen sind eine Bahnsportdisziplin auf längeren ovalen Strecken mit sandigem oder ascheähnlichem Untergrund. Die Strecken sind deutlich länger als Speedwaybahnen und ähneln in der Struktur den Langbahnrennen. Das Regelwerk liegt bei der FIM. Die Sandbahn-Europameisterschaft bestand von 1957 bis 1970; aus ihr ging 1971 die Langbahn-Weltmeisterschaft hervor. Heute werden Sandbahnrennen im Rahmen der Langbahn-WM ausgetragen.

 

Bahn

Sandbahnstrecken sind oval oder trioval angelegt, die Länge beträgt mindestens 400 Meter und kann bis zu 1.200 Meter erreichen. Der Belag ähnelt dem einer Speedwaybahn.

 

Solomaschinen

Es werden Einzylinder-Viertaktmotoren mit 500 ccm eingesetzt, betrieben mit Methanol. Im Unterschied zu Speedwaymaschinen verfügen Sandbahnmotorräder über ein Zweiganggetriebe und eine Hinterradfederung. Bremsen gibt es nicht.

 

Gespanne auf der Sandbahn

Die Sandbahn ist neben der Grasbahn die klassische Domäne der Bahngespanne. Nationale Meisterschaften und eine Europameisterschaft werden mit Einzylindermotoren bis 500 ccm gefahren. Der Beiwagen ist rechts angebracht, das Motorrad in Kurvenrichtung nach links geneigt. Das Mindestgewicht eines Bahnsport-Gespanns beträgt 115 kg. Bremsen sind nicht vorhanden.

Der Getriebe hat zwei Gänge; der erste wird nur für den Start benötigt.

 

Technik der Sandbahn-Gespanne

Das Motorrad verfügt über einen maximalen Sturz von 15 Grad, das Seitenwagenrad über bis zu 25 Grad. Ohne Beifahrer sind diese Gespanne nicht fahrbar.

Die Bereifung: vorne 21 Zoll, am Seitenwagen 16 Zoll, hinten 22 Zoll. Bei Regen kann anstelle des 22-Zoll-Hinterrads wahlweise ein 19-Zoll-Rad montiert werden.

Angetrieben werden die Gespanne von Einzylinder-Viertaktmotoren mit 500 ccm Hubraum und etwa 70 PS. Eingesetzte Motorenfabrikate sind Godden, Waslake und Jawa. Die hochverdichteten Motoren laufen mit Methanol und pflanzlichem Motoröl. Das Öl wird im Einweg-Umlauf verwendet: Es gelangt über die Ölpumpe an alle schmierungsbedürftigen Stellen und wird anschließend in einem Sammelbehälter aufgefangen.

An den Motor schließt sich ein separates Zweiganggetriebe mit Drei-Scheiben-Trockenkupplung an. Das Getriebe ist konstruktiv ungewöhnlich: Da es für den Fahrer im Drift schwierig ist zu schalten, wird der Ganghebel über Gummiringe vorgespannt. Zieht der Fahrer den Handhebel, rastet der zweite Gang ein. Dieser Schaltvorgang ist nur einmal möglich; bei einem Defekt muss der erste Gang manuell am Getriebe eingelegt werden.

Neuere Bauarten verfügen über ein pneumatisch geschaltetes Dreiganggetriebe. Der Wechsel vom ersten in den zweiten Gang erfolgt wie beschrieben; zwischen dem zweiten und dritten Gang kann beliebig hin- und hergeschaltet werden. Dies bringt auf langen Geraden einen erheblichen Vorteil. Die erforderliche Druckluft wird im Seitenwagen in einer 3-Liter-Druckluftflasche mitgeführt.

Das Fahrwerk ist einfach aufgebaut: Zwei Aluminiumplatten von fünf Millimeter Stärke bilden die Aufnahme für Motor und Getriebe. Daran werden Vorderbau mit Tank und Lenkkopf, die Hinterradaufnahme oder Schwinge sowie der Seitenwagen verschraubt. Vorne kommt eine Schwinggabel zum Einsatz, die entweder aus gebogenem Rohrmaterial oder aus verschweißten Blechen (ähnlich Pressstahlrahmen) besteht. Das Dämpfungskonzept ist bemerkenswert: Auf einer Seite ist ein konventioneller Dämpfer montiert, auf der anderen ersetzen mehrere zwischen Gabel und Schwinge gespannte Gummiringe die Feder. Die Spur des Beiwagenrads ist einstellbar.

 

Wettbewerbe

Internationale Sandbahnrennen mit Gespann-Klasse finden im Rahmen der Langbahn-Weltmeisterschaft statt, etwa beim traditionsreichen ADAC-Sandbahnrennen. Die Europameisterschaft für Seitenwagen-Bahnmotorräder bis 500 ccm besteht seit 1980.

 

 

Siehe auch:

Letzte Bearbeitung: 16. Juni 2026

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