Eisspeedway ist eine Variante des Speedway, die auf Natureisbahnen oder Kunsteis ausgetragen wird. Das Regelwerk liegt bei der FIM.
Bahn
Die Bahnen haben eine Länge zwischen 100 und 500 Metern. Die Anzahl der Runden eines Laufs richtet sich nach der jeweiligen Bahnlänge. Gefahren wird gegen den Uhrzeigersinn. Eisspeedway-Areale sind zum Schutz von Fahrern und Zuschauern rundum mit Polstern aus Strohballen oder Schaumstoff ausgestattet.
Bereifung und Spikes
Das Besondere am Eisspeedway ist die Bereifung: Die Reifen sind mit Stahlspikes bestückt, die Halt auf dem Eis ermöglichen. Die vorgeschriebenen Spikelängen betragen 32 mm (lange Spikes) und 8 mm (kurze Spikes).
Solomaschinen
Es wird in zwei Klassen gefahren: Einzylinder und Mehrzylinder. Die Motoren laufen auf Methanol. Bremsen sind nicht vorhanden; die Fahrzeuge sind in dieser Hinsicht identisch mit Speedwaymaschinen.
Gespanne
Bahngespanne werden beim Eisspeedway als Kneeler bezeichnet. Der Fahrer liegt oder kniet in diesen flachen, sehr niedrig gebauten Fahrzeugen. Der Beiwagen ist rechts angebracht. Gefahren wird auf Natureisbahnen.
Geschichte
Seit 1964 werden Eisspeedway-Weltmeisterschaften ausgetragen. In Deutschland wurde Eisspeedway 1967 durch den MSC Pocking mit einem Rennen auf Kunsteis in Inzell eingeführt; Georg Traunspurger war maßgeblich daran beteiligt. Zuvor hatten Gespräche in Moskau mit der russischen Föderation stattgefunden. Seit 1994 gibt es deutsche Meisterschaften sowie einen Grand-Prix-Wettbewerb aus mehreren Läufen in verschiedenen Ländern. Bekannter Austragungsort in Deutschland ist die Max-Aicher-Arena in Inzell.
In Russland ist Eisspeedway nahezu ein Massensport. Die russischen Fahrer dominieren den Wettbewerb weltweit; begünstigt wird dies durch die klimatischen Bedingungen, die natürliche Trainingsbahnen ermöglichen.
Schwenker (historisch)
Bis 1973 waren Schwenker-Gespanne zugelassen, bei denen der Beifahrer die Neigung des Gespanns über eine Zahnstange aktiv verändern konnte. Diese Konstruktion wurde aus Sicherheitsgründen verboten.
Siehe auch: