Schwenker

Auch Pendelgespann. Motorradgespann bei dem Motorrad und Seitenwagen mit nur zwei beweglichen Verbindungen (meist Kugelköpfe/Uniball als Scharnier) verbunden sind. Dadurch fährt das Motorrad mit Schräglage durch die Kurven.

 

Pionierzeit

Zu den Pionieren gehörte Edmond Gustave Henry aus dem Jahre 1914.
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Das Schwenker-Gespann übte seit der Erfindung des Beiwagens auf die Gespannkonstrukteure aller Länder einen besonderen Reiz aus. In Frankreich setzte sich im Jahre 1914 Edmond Gustav Henry mit einem Schwenker aus einander. Seine Konstruktion bestand aus einem schwenkbaren Parallelogramm-Fahrgestell, in das der Beiwagensitz frei gelagert eingehängt war. Der Sitz konnte bei Kurvenfahrt frei nach unten auspendeln und blieb annähernd waagrecht.

 

Anfang der 20er Jahre entwickelten die beiden Franzosen Louis Rustin und Paul Doumenjou eine recht ungewöhnliche Lösung. Das Funktionsprinzip zeigt die Skizze. Alle Konstrukteure konnten sich nicht über kommerzielle Erfolge ihrer Konstruktionen freuen. Die meisten Schwenker verschwanden noch schneller wieder in der Versenkung als sie konstruiert worden waren.

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Einzig und allein flexible Renngespanne waren der einschlägigen Fachpresse Meldungen wert. Das war auch bei Henri Jeanerette der Fall, der Mitte der 30er Jahre mit einem selbst gebauten Schwenker auf der Rennpiste mehrere Siege erringen konnte.

In Deutschland 1935 von Heinz Kloster, aus Essen-Borbeck patentiert. Frühere Umbauten gab es in den USA und England. Geläufige Bezeichnung heute: Schwenker-Gespann.

Nicht zu verwechseln mit Parallelneiger, bei denen auch das Beiwagenrad in Schräglage kommt.

Für den bekannten Motorrad-Journalisten Ernst Leverkus (Klacks) waren Schwenker Teufelszeug, wie er dem Autor des Gespann-Lexikon berichtete. Bei einer Testfahrt mit einem Schwenker auf der Solitude-Rennstrecke bei Stuttgart, zwang ihn der Schwenker zum Verlassen der Strecke und mit viel Glück brauste er um Haaresbreite an Bäumen vorbei durch den Wald.

 

Peter Sauer mit Mueller-Norton 961 mit Meteor-Beiwagen. Foto Axel Koenigsbeck
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Ende der 1980er Jahre haben die Brüder Kurt und Markus Aregger den Schwenker wiederentdeckt und als Sidewinder neu konstruiert.

 

Bewegungsabläufe beim Schwenker:

- Schräglage des Motorrades
- Spurversatz des Beiwagenrades
- Senken des Beiwagenfahrgestells
- Kippen des Beiwagenrades um die Hochachse.

 

Liegen die Schwingengelenke nicht auf gleicher Höhe, versetzt der Beiwagenrad nicht parallel zur Fahrzeuglängsachse, dadurch ergibt sich eine variable Vorspur.
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Während Kalich bei seinen Schwenkern eine Beiwagenbremse konsequent ablehnt, halten die anderen Hersteller auch beim Schwenker die Beiwagenbremse für unverzichtbar. Welches die bessere Lösung ist, darüber herrscht kein Konsens. Fakt ist, ohne Bremse ist der Umbau deutlich günstiger.

 

Hersteller von Schwenkergespannen

 

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Weitere nicht-starre-Gespannkonzepte: Flxible und Parallelneiger (Bsp. Toro, Flexit)

Letzte Bearbeitung: 12. August 2026

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