Royal Enfield Cycle Co Ltd (heute: Royal Enfield, eine Division der Eicher Motors Limited).
Gegründet 1851, Redditch, Worcester (England), heute: Chennai (Indien)
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Firmengeschichte
1851 – Gründung durch George Townsend in Redditch als Hersteller von Nähnadeln
1882 – Erweiterung auf Fahrräder und Bauteile für Kleinwaffen
1890 – Übernahme durch Albert Eadie und Robert Walker Smith
1893 – Umbenennung in Royal Enfield
1901 – Erstes Motorrad mit Einzylinder-Motor von Minerva, Royal Enfield gilt damit als ältester, bis heute ohne Unterbrechung produzierender Motorradhersteller der Welt.
1909-1913 – Verbau von V-Twins von Motosacoche und JAP, ab 1913 eigene V-Twin-Fertigung mit 350/425 cm³ Hubraum und Trockensumpfschmierung mit automatischer Ölpumpe
1915 – Prototyp eines längsliegenden Zweitakt-Triple mit 675 cm³
1919 – Vierzylinder-Prototyp mit seitengesteuerten Ventilen
1932 – Einführung des Markennamens „Bullet" für die Einzylinder-Modelle
Werbeslogan: „Made like a gun, goes like a bullet"
1948 – Neue Bullet-Generation mit Telegabel und Schwinge (Modell 350 G2, ab 1953 auch als 500er)
1949 – Modell G2 mit Telegabel und Zweifach-Schwingenlagerung
1956 – Beginn der Produktion der 350er Bullet in Indien
1960er – Constellation 700 V-Twin mit seitengesteuerten Ventilen
1967 – Produktionsende in Redditch
1970 – Produktionsende in Bradford on Avon
Ab den 1970er-Jahren wurde die Produktion, einschließlich der Maschinen zur Fertigung, vollständig nach Madras (seit 1996: Chennai) in Indien verlagert. Die Eicher-Gruppe übernahm die Aktienmehrheit und initiierte umfangreiche Qualitätsoptimierungen.
Gespanngeschichte – Die Pionierzeit (1920er/1930er Jahre)
Beiwagen waren in der Motorrad-Frühzeit eher die Regel als die Ausnahme. Royal Enfield spielte auch in der Gespannszene eine wichtige Rolle.
Modell 182 (1926)
Auf der Motor Show in London 1926 präsentierte Royal Enfield das Modell 182 mit dem hauseigenen Sportbeiwagen Nr. 4.
Technische Daten:
Motor: 976 cm³ Hubraum, 27 PS
Rahmen: Rechteckrahmen mit Mittelstrebe, 4-Punkt-Anschluss
Seitenwagen-Rahmen: ungefedert
Seitenwagen-Karosserie: gefedert
Vorn: Auslegerblattfeder
Hinten: 3/4 Elliptik Blattfeder
Länge: 2.040 mm
Breite: 1.070 mm
Sitzbreite: 400 mm
Spurbreite: 1.110 mm
Royal Enfield Beiwagenmodelle 1926
Mod. 4 – Aluminiumkarosse mit Tür (Sportbeiwagen)
Mod. 22 – Tourenbeiwagen mit Tür, Windschutz, Notsitz im Heck
Mod. 165 – Lastenbeiwagen offen
Mod. 185 – Lastenbeiwagen geschlossen
Royal Enfield verwendete in den 1920er- und 1930er-Jahren auch eigene Seitenwagen – ein Zeichen der Innovation und des Engagements für das Gespann-Segment.
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Importgeschichte Deutschland & Österreich
Die Etablierung von Royal Enfield in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg verlief holprig. Produktionsende in England (1967/1970) fiel mit dem Motorradboom in der BRD zusammen. Exporte aus Indien waren aufgrund von Zollbestimmungen schwierig.
Chronologie der Importeure (Deutschland):
1970er Jahre:
Bull Bear (Wiesbaden) – Ferry Bozsa und Günter Feucht, Pläne scheiterten
Dumke & Lütt (Hamburg) ab 1977 – kurzzeitig
1980er Jahre:
Enfield India, C. Schmidt (Wilhelmshaven, Inhaber W. Nulle) ab 1980, später als „Enfield Deutschland"
Claire und René Goldstein,Viertaktlädchen (Obernburg/Franken) ab Anfang 1980er
Thomas Schramm (Brügge/Norddeutschland) ab Anfang 1980er
1990er Jahre:
Ronald März ab 1991 – Durchbruch für Enfield in Deutschland
Trennung 1996 wegen Unstimmigkeiten in der Distribution
2000er Jahre:
Haubrich (Zülpich) ab 2001 – Übernahme des Imports
Fritz Wetzlar / EifelTec (Blankenheim) – ehemaliger Mitstreiter von Haubrich
2010er Jahre:
KSR (Österreich) ab 2015 – Organisation des Vertriebs für Deutschland
2026:
Royal Enfield Niederlassung Bad Krozingen – eigene deutsche Niederlassung
Österreich:
Classic Corner Horvath (Waldviertel) – Hans und Sonja Horvath, sehr engagierter Importeur, baute Watsonian-Boote an die Bullet
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Schweiz:
Fritz W. Egli – Tuning und Optimierung der Enfield-Eintöpfe ab den 1990er-Jahren
Gespannumbauten – Neuzeit (ab 1990)
Mit wachsender Beliebtheit der Bullet 500 in Deutschland etablierte sich die Marke ab den 1990er-Jahren als beliebte Gespannmaschine.
Craft Company & Peter Bornowski (1992)
Der Leutershausener Enfield-Händler Craft Company kombinierte gemeinsam mit Steib-Spezialist Peter Bornowski die Enfield Bullet mit dem Steib 500 NB-Nachbau.
Angebot 1992:
Einzylinder mit 500 cm³
Motorleistung: 17 PS und 22 PS
Preis komplett: 15.720 D-Mark (inkl. Montage und TÜV-Abnahme)
Classic Corner Horvath (Österreich, 1990er)
Im österreichischen Waldviertel baute der damalige Enfield-Importeur Classic Corner Horvath Watsonian-Boote (u.a. Watsonian Stratford, Watsonian Monarch, Watsonian GP Sports) an die Bullet.
Weitere Gespannhersteller mit Royal Enfield
Motorräder von Royal Enfield werden von nahezu allen Gespannherstellern auf Wunsch mit einem Beiwagen kombiniert. Beispiele:
IWAN-BIKES (Pfaffenhofen, Bernhard Peintner)
JCB – Japan Custom Bikes (Celle)
Stern (Joachim Zaulig)
EifelTec (Fritz Wetzlar, Blankenheim)
Zweirad-Technik Ferdinand März
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Beiträge in MG, siehe Royal Enfield-Umbauten