Aregger, Kurt

Kurt Aregger, verstorben 28. Juli 2018 in Emmenbrücke bei Luzern, Schweiz, im Alter von 65 Jahren. Er war zusammen mit seinem Bruder Markus Aregger Gründer der Schweizer Gespannmanufaktur Armec (1986, Emmenbrücke). Beide Brüder waren von Beruf Flugzeug-Mechaniker.

Anstoß zur Firmengründung war ein Schwenkergespann, das die Brüder bei einem Bergrennen in Italien sahen. Bis Ende der 1980er Jahre beschränkte sich Armec auf Gespannumbauten auf Basis von Moto Guzzi.

Mit dem Sidewinder-Beiwagen (Kombination mit der Moto Guzzi Le Mans I) reaktivierten die Areggers Anfang der 1990er Jahre das Schwenker-Prinzip. Die ersten Entwicklungsschritte erfolgten mit einer 100er Hercules, Radaufhängungsteilen vom Renault R4 und einer Holzkiste als Beiboot-Provisorium. Die Beiwagenform wurde unter Einbezug von Flugzeugbau-Kenntnissen der Brüder entwickelt.

Es folgten das erste starre Gespann Friendship (auf Basis California Sidecar) sowie der Ur-Tremola mit der für Armec charakteristischen Frontpartie im Monoposto-Stil. Ebenfalls entstand ein adaptierter „Handicap"-Beiwagen mit Rollstuhl-Zugang von heckwärts.

Technisches Merkmal von Armec-Gespannen: speziell abgestimmte Upside-Down-Telegabeln mit gefrästen Brücken zur Lenkgeometrie-Anpassung, ein Anti-Dive-Effekt durch Bremszangen-Abstützung an der unteren Gabelbrücke sowie ein hebelgestütztes Federbein am Seitenrad.

1992 folgten Tremola II und ein Umbau der Kawasaki Zephyr 750. Mit Einführung des BMW-Telelevers an den Vierventil-Boxern entwickelte Armec das Armec-Lenk-System" (ALS), eine Kombination aus Lenkkopf- und Achsschenkellenkung.

2004 schied Markus Aregger aus dem Unternehmen aus; Kurt Aregger führte Armec danach allein weiter, mit Fokus auf starre Kombinationen. Der deutsche Vertrieb erfolgte exklusiv über Mobec.

Für die Triumph Rocket III erwirkte Armec eine werksseitige Umbau-Freigabe.

Neben dem Gespannbau fertigte Aregger Mechanik Frästeile für die Industrie sowie Schneelanzen und galt bei Bobfahrern als Adresse für Kufen.

Weitere Eigenentwicklungen Kurt Areggers außerhalb des klassischen Gespannbaus: ein City-Mobil mit 250er-Scooterantrieb (ab 1996, kurvenschwenkbare Fahrerkabine) sowie ein schräglagentaugliches Elektro-Trike (Industrieinteresse u. a. von Sauber, keine Serienfertigung).

Letzte Gespannprojekte unter Kurt Aregger: BMW R nineT (und Ableger), Moto Guzzi Audace, Yamaha Vmax 1700.

Nach Kurt Areggers Tod 2018 übernahm die Moto-Time GmbH (Oftringen, Kanton Aargau) Service und Ersatzteilversorgung für Armec-Gespanne. Das letzte Armec-Gespanntreffen fand 2020 statt.

 

 

Quelle: MG Nr. 167

Letzte Bearbeitung: 12. Juli 2026

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