Panda (vollständiger Firmenname: Polyester Application Nouvelle Dupont et Associé) war ein französischer Beiwagenhersteller mit Sitz in Villeneuve-sur-Yonne, Burgund.
Das Unternehmen wurde am 24. Oktober 1983 von Jean-Luc Dupont (geb. 1955) gegründet und produzierte bis 1999 handgefertigte Beiwagen in GFK-Polyesterbauweise. Panda gilt als einer der bedeutendsten unabhängigen Beiwagenbauer Frankreichs der 1980er und 1990er Jahre.
Unternehmensgeschichte
1983 zunächst als Polyesterverarbeitungsbetrieb für Industrie und Beiwagen gegründet. 1986 Umzug nach Villeneuve-sur-Yonne (Département Yonne, 89500), Aufgabe der Industriesparte, Aufbau eines Motorradhandels (BFG, KTM, Moto Guzzi, Ducati, Cagiva, MZ).
1987 schwerer Verkehrsunfall des Gründers — 18 Monate Betriebspause. Ende 1989 Neustart mit ausschließlichem Fokus auf Beiwagenproduktion. Rechtliche Gründung der SARL PANDA MOTOS 89 am 30. Januar 1990 (SIREN: 352 694 343). 1995 offizieller BMW-Motorrad-Händler (49–51 Rue Carnot, Villeneuve-sur-Yonne).
1999 Produktionsende auf Druck von BMW Moto France — der Konzern forderte per Einschreiben die Einstellung der Beiwagenproduktion mit der Begründung, die handgefertigten Beiwagen schadeten dem Premium-Image der Marke. (Stand 1999) Jahresumsatz BMW-Händlerbetrieb 2013: 1,217 Mio. EUR. Endgültige Liquidation und Löschung aus dem Handelsregister am 21. Mai 2019.
2013/2014 kündigte Dupont eine Rückkehr der Beiwagenproduktion unabhängig von BMW an; neues Panda-Logo beim INPI (französisches Patentamt) registriert. Ob die Produktion wieder aufgenommen wurde, ist nicht belegt.
Beiwagenmodelle
Sport 1 place court: Einsitziger Sportbeiwagen, kurze Bauform
Sport Tour de France: Einsitziger Sportbeiwagen, Tourenvariante; benannt nach dem gleichnamigen Sidecar-Wettbewerb
Basset de rallye: Rallyebeiwagen in niedriger Bauweise (franz. Basset = Dackel); basiert auf Giglio-Design; für Motorsporteinsatz
Sport 2 places: Zweisitziger Sportbeiwagen
Sirius: Tourenbeiwagen
Liberté (ca. 1993): Offener Tourenbeiwagen, Cabriolet-Variante; Sitzfläche ca. 75 cm Breite; abnehmbares Verdeck; Einschränkung bei Passagieren über 1,75 m
GTS: Spätes Modell, laut Hersteller auf über 200.000 km Laufleistung erprobt
JLD: Modell mit Initialen des Konstrukteurs; vermutlich Sonderanfertigung oder letzte Baureihe
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--- Modell: Le Liberté --- Quelle: MOTORRAD-GESPANNE Nr. 31, Januar 1996, S. 8–12
Der Le Liberté ist ein vollverkleideter Zweitürer-Beiwagen des französischen Herstellers Panda. Etwa 30 Exemplare waren 1996 in Frankreich im Betrieb. Für den deutschen Markt war um 1990 Ralph Kalich als Importeur tätig; Aufbau und Umbau erfolgten durch Josef Mailhammer, MMO. Konstruktion: In den GfK-Bootskörper einlaminierter Rundrohrrahmen; Vierpunktanschluss am Motorrad; gezogene Schwinge; Koni-Federbein; Scheibenbremse mit Brembo-Bremssattel.
Technische Daten Gespann Honda CBR 1000 F / Panda Le Liberté (Stand 1996):
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Konstruktionsmerkmale
Alle Karosserien in Handlaminat aus Polyesterharz und Glasfasergewebe (GFK), artisanale Einzelfertigung bzw. Kleinserie.
Motorsport
Engagement von Beginn an: mehrere Burgund-Cross-Meisterschaften (Stand 1986–1999), Teilnahme an der französischen Rallye-Meisterschaft sowie am Tour de France Sidecar. Frédéric Dupont startete mit einer BMW auf Panda-Beiwagen beim Paris-Dakar-Rallye.
Besonderheiten
Wegen des guten Rufs der Marke sind zahlreiche nicht autorisierte Kopien im Umlauf (ehemaliger Zulieferer veräußerte Produktionsformen unbefugt). Originalzertifikate und Homologationsdokumente sind selten und für den Wiederverkauf entscheidend. Importeur für Deutschland 1995/1996: Ralph Kalich.
Quellen
Quellen: Ausgaben der Zeitschrift Motorrad-Gespanne. Side-Car Club Français (SCCF-Forum), Beiträge von Jean-Luc Dupont; Handelsregisterdaten societe.com (PANDA MOTOS 89, SIREN 352 694 343); Recherche KI-unterstützt (T-KI), 2026-06-01.