Eine unterschätzte Gefahr im Gespannbetrieb kann das Eindringen von Abgasen in den Beiwagen sein. Aus dem Auspuff kommt ein Abgasgemisch, das unter anderem Kohlenmonoxid (CO) enthält. Kohlenmonoxid ist farb- und geruchlos und wirkt bereits in geringen Konzentrationen giftig.
Ursachen
Hinter einer Beiwagenscheibe kann ein Unterdruck entstehen, der Abgase in den Innenraum "ansaugt". Dieses Problem tritt häufig in Verbindung mit hohen Windschutzscheiben auf. Begünstigt wird das Strömungsverhalten durch ein Beiwagenheck, das im unteren Bereich gerundet ist und der Luftströmung keine Abrisskante bietet.
Symptome und Warnzeichen
Abgasgeruch im Beiwagen kann auf ein Problem hindeuten – muss aber nicht. CO selbst ist geruchlos. Der Beiwagenpassagier klagt möglicherweise über:
Kopfschmerzen
Benommenheit
Schwindel
Müdigkeit
Übelkeit
Aussagen des Passagiers dürfen nicht ignoriert werden. Sie können auf eine gefährlich hohe Kohlenmonoxid-Konzentration hindeuten, auch wenn kein typischer Abgasgeruch wahrgenommen wird.
Lösungen
Beiwagenscheibe kürzen
Windabweiser (Windversteller) auf die Windschutzscheibe montieren
Auspuffrohr verlängern, bis dessen Ende hinter dem Kennzeichen endet
Auspuffendrohr zur beiwagenseitigen Abgewandten Seite verlegen
Im hinteren Bereich des Beiwagens eine Gummischürze anbringen und damit eine Strömungsabrisskante schaffen
Ist ein Überrollbügel vorhanden, den offenen Raum mit einer Scheibe schließen, zum Beispiel aus Makrolon (Polycarbonat)
CO-Konzentration im Beiwagen messen (siehe: CO-Konzentration im Beiwagen)
Abgasverhalten einzelner Beiwagen
Generelle Rückschlüsse auf das Abgasverhalten einzelner Beiwagenbauarten lassen sich nicht ziehen. Eine Messung an mehreren Punkten im Beiwagen mit einem CO-Messgerät ermöglicht jedoch eine erste Einschätzung. In der Praxis hat sich gezeigt, dass bereits eine veränderte Sitzposition von Fahrer oder Passagier neue Messergebnisse hervorrufen kann.
Siehe auch
CO-Konzentrationen im Beiwagen