Wissen über Gespanne entsteht auf unterschiedliche Weise. Ein Hersteller veröffentlicht ein Datenblatt. Ein Fahrer berichtet von seinen Erfahrungen. Eine Zeitschrift testet ein Fahrzeug. Solche Quellen sind unabhängig voneinander entstanden. Man nennt sie Primärquellen.
Im Internet verbreitet sich Wissen oft anders. Eine Webseite übernimmt einen Inhalt von einer anderen Webseite. Diese wiederum hatte den Inhalt von einer dritten Quelle übernommen. Am Anfang dieser Kette steht häufig nur eine einzige ursprüngliche Quelle. Wird diese Kette lang genug, wirkt der Inhalt am Ende wie allgemein bekanntes Wissen, obwohl er nur einmal entstanden ist und seitdem wiederholt wird.
Für ein Fachlexikon wie das Gespann Lexikon ist das eine besondere Herausforderung. Manche Informationen zu seltenen Herstellern oder besonderen Bauteilen existieren nur an einer einzigen Stelle. Wenn diese Stelle das Gespann-Lexikon selbst ist, kann es passieren, dass andere Webseiten den Inhalt ganz oder teilweise übernehmen, manchmal ohne die Quelle zu nennen. Wird später für das Lexikon erneut zu diesem Thema recherchiert, tauchen diese Webseiten als scheinbar unabhängige Bestätigung auf. Tatsächlich bestätigen sie aber nur den ursprünglichen Lexikoneintrag.
Dieser Effekt wird manchmal als Selbstreferenzierung* bezeichnet. Wissen, das auf diese Weise entsteht, wird nicht zuverlässiger, nur weil es öfter wiederholt wird. Es bleibt so gut oder so fehlerhaft wie die ursprüngliche Quelle.
Um diesem Effekt entgegenzuwirken, prüft der Autor bei der Recherche, ob eine gefundene Quelle tatsächlich unabhängig ist oder ob diese auf das Lexikon zurückgeht. Erfahrungswissen des Autors wird als eine eigenständige Quelle behandelt.
*Informationswissenschaftlich "epistemic closure" oder im KI-Kontext "model collapse".
Siehe auch Quellenangaben im Gespann-Lexikon