Erich Stolz begann bereits in den 1920er-Jahren als erfolgreicher Rennfahrer mit dem Bau eigener Seitenwagen und legte mit dem sogenannten Knickbügel-Chassis den konstruktiven Grundstein für sein späteres Programm.
1929 gründete er in Berlin-Neukölln eine eigene Seitenwagenfabrik, deren Ruf sich innerhalb weniger Jahre auch über Deutschland hinaus etablierte. Charakteristisch für Stolz war ein ausgeprägter Perfektionismus: Die Fertigung erfolgte weitgehend im eigenen Betrieb und die Qualitätskontrolle lag persönlich in der Hand von Erich Stolz.
Die Rahmen bestanden aus kaltgezogenem Präzisionsstahlrohr, das mit Sand gefüllt und über Schablonen gebogen wurde. Geklemmte Anbauteile wie Radachse und Anschlüsse ermöglichten eine flexible Verwendung für Links- und Rechtsanschluss sowie eine einfache Reparatur. Stolz setzte konsequent auf Blechkarosserien, die Blechteile wurden tiefgezogen, verschweißt und besonders dicht ausgeführt, Lackierung und Sattlerei waren Teil des Betriebs. Die Fahrgestelle waren hartverlötet.
Konstruktiv bevorzugte Stolz einen Dreipunktanschluss mit gummigelagerten Verbindungselementen, um Vibrationen vom Motorradrahmen fernzuhalten. Die Robustheit seiner Konstruktionen wurde unter anderem 1931 mit der Afrika-Durchquerung von Berlin nach Kapstadt in der Werbung herausgestellt.
Langstreckenfahrt mit Stolz-Lasten-Beiwagen von Millauer, Mielke und Dingler von Berlin nach Kapstadt.
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In den frühen 1930er Jahren umfasste das Programm mehrere Modelle vom leichten Junior-Beiwagen über Renn- und Tourenausführungen bis hin zum Olympia-Modell mit Kofferraum oder Notsitz. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden die Konstruktionen weiterentwickelt, unter anderem mit Schraubenfedern an der hinteren Bootsaufhängung und Schnellanschlüssen mit Kugelköpfen. Über eine Produktion von Mitte der 1930erbis 1945 ist nichts bekannt.
Beiwagenprogramm 1933:
Type Junior leichter Beiwagen mit einem Leergewicht von 36 Kilogramm.
Type SS der Junior mit besserer Ausstattung
Rennspezial Sonderausführung, ein hinter offener Junior für den Sporteinsatz
Type S wurde in zwei Varianten angeboten
Type S 9 der einfacher Beiwagen kostete nur 298 Reichsmark
Type T Tourenbeiwagen mit je zwei Blattfederpaketen im Heck
Olympia Modell mit separatem Kofferraum, bzw. als Kindersitz im Heck nutzbar.
In den 1950er-Jahren erreichte Stolz nochmals eine Blütephase mit acht verschiedenen Modellen, darunter Reise-, Sport- und Geländebeiwagen. Mit dem Aufkommen des Kleinwagens verlor der Seitenwagenmarkt jedoch an Bedeutung, sodass auch Stolz die Fertigung einstellen musste.
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Erich Stolz, undatiert
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Beiwagenprogramm um 1955:
Supersport 46 kg Leergewicht
Berlin angeoten als bequemer Reisebeiwagen mit verschließbarem Kofferraum
Sport Luxus mit Kofferraumklappe, die auch zunm Kindernotsitz umfunktioniert werden konnte
Sport preiswertester Beiwagen im Programm
Safari RollerBeiwagen
Spezial-Rennbeiwagen mit einem von der Maschinenstärke abhangigen Leergewicht zwischen 30 und 45 Kilogramm.
Geländesport mit 775 D-Mark teuerster Beiwagen im Stolz-Angebot jener Zeit
Transport-Bei wagen ausschließlich zum Lastentransport
2 Abb. aus Prospekt 1951, Beitrag von Franitza in MG 15