Opel

1928 hatte der Automobilhersteller Opel von Ernst Neumann-Neander die Lizenz zum Bau von Motorclub-Motorrädern erhalten. Einige wenige davon wurden mit den Neanderbeiwagen ausgeliefert. Ein einsitziger offener Beiwagen in Raketenform in Blattfedern aufgehängt und links montiert.

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Entstehungsgeschichte:

Der Erwerb der Lizenz fiel in eine denkbar ungünstige Zeit: Der Verkauf hubraumstarker Motorräder ging Ende der 1920er Jahre immer mehr zurück. Geringe Stückzahlen und das ungewöhnliche Äußere mit dem einzigartig geformten Tank machen die Opel Motoclub-Maschinen heute zu raren Sammlerstücken. Gespanne mit originalem Neander-Beiwagen dürften über die gesamte Bundesrepublik verstreut nur in einer Handvoll Exemplaren existieren.

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Neander-Beiwagen – Konstruktion:

Der Beiwagen ist eine Konstruktion von Ernst Neumann-Neander. Das Fahrgestell besteht aus einer Rechteckkonstruktion, die über drei Punkte mit dem Motorradrahmen verschraubt ist. Die einfache dreidimensionale Verspannung ermöglicht dem Fahrer, den Beiwagen in der optimalen Position einzustellen – ohne störende Gestänge.

Das Seitenwagenrad hängt in einer Querlenkerschwinge mit Anlenkung im hinteren Bereich des Motorrads. Die Federung übernimmt ein kurzes Blattfederpaket, ähnlich dem in der Vorderradgabel des Motorrads verbauten. Ein Beiwagenständer war serienmäßig.

Die namensgebende X-Stabfederung (auch: Neander X-Federung) besteht aus einfach gekreuzten Stabfedern, die laut Neumann-Neander eine bessere Federwirkung abgeben als eine extrem lange Blattfeder. Die Federn sind sehr leicht und haltbar, da sie naturgewalzte Form ohne Nacharbeit besitzen. Der mittige Auflagebock der Stabfedern ist in der Höhe verstellbar, sodass das Ansprechverhalten der Federung individuell eingestellt werden kann. Zeitgenossen hatten allerdings wenig Freude an den Blattfedern, da sie häufig brachen.

Der Beiwagen ist links montiert. Neumann-Neander begründete dies damit, dass der Beiwagen sich links bei gewölbten Straßen leichter führt, bei rascher Beschleunigung und beim Überholen (Wechsel der Fahrseite) mühe- und gefahrlos steuert, die schöne Seite der Zugmaschine freilässt und den Starter nicht behindert. Serienmäßig mit Beiwagenbremse, betätigt über einen eigenen Fußbremshebel, der am Beiwagenchassis angeflanscht ist.

Das Boot ist aus Stahlblech mit gepressten Sicken und Zierleisten gefertigt. Die Verarbeitungsqualität hebt sich deutlich von zeitgemäßen Mitbewerbern ab, bei denen Verbindungsnähte oft mit Zierleisten verdeckt waren.

 

 

Beitrag MG 27

Letzte Bearbeitung: 17. April 2026

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