NEUMANN-NEANDER, Ernst. Geboren: 3. September 1871, Kassel Gestorben: 3. November 1954, Düren-Rölsdorf Tätig als: Künstler, Erfinder, Konstrukteur Unternehmen: Neander Motorfahrzeuge GmbH, Euskirchen (1924), ab 1926 Düren-Rölsdorf
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Biografie
Ernst Neumann-Neander (eigentlich Ernst Wilhelm Neumann) war eine der vielseitigsten Figuren der deutschen Fahrzeuggeschichte. Vor seiner Motorradtätigkeit arbeitete er als Maler, Grafiker und Karosserie-Designer. 1924 gründete er die Neander Motorfahrzeuge GmbH und konstruierte unter dem Markennamen Neander Motorräder, die sich durch Leichtbau und unkonventionelle technische Lösungen auszeichneten. Insgesamt entstanden bei Neander etwa 2.100 Motorräder und rund 20 bis 25 Automobile.
Beiwagen-Konstruktion
Neumann-Neander beschäftigte sich bereits kurz nach Beginn seiner Motorradfertigung Anfang der 1920er Jahre mit der Entwicklung von Seitenwagen. Sein konstruktiver Anspruch war:
ein verwindungssteifes Chassis
stabile Anschlüsse ohne Behinderung des Fahrers
eine Federung zur Vermeidung von seitlichen Schwingungen, Längsschwingungen und ungefederter Fußlage
geringes Gewicht bei präziser Seitenwagenführung
fertigungstechnisch einfache Bauweise
Modell "Pionier"
Im Zusammenhang mit der ab 1928 von Opel in Lizenz gefertigten Neander-Stahlpressrahmen-Maschine (Vertriebsname: Opel Motoclub) bot Neander einen passenden Seitenwagen unter dem Namen "Pionier" an. Dieser wurde von Opel für den Gespannbetrieb empfohlen und über Opel-Händler vertrieben. Die Motoclub-Produktion endete 1930 infolge der Weltwirtschaftskrise.
Technische Besonderheit
1928 stellte Neumann-Neander eine Seilzugbremse für das Beiwagenrad vor. Dies war für die damalige Zeit ungewöhnlich früh, da Beiwagenräder bei zivilen Gespannen bis in die 1950er Jahre überwiegend ungebremst blieben (erste hydraulische Lösung: Steib, 1954).
Literaturhinweis: Thomas Trapp: "Ernst Neumann-Neander und seine Motorräder." Heel, Königswinter 1996 (2. Auflage 2001). Das Buch würdigt Neumann-Neander als eine der schillerndsten Figuren der deutschen Automobil- und Motorradszene und dokumentiert sämtliche seiner Zweiradentwicklungen, Karosserieentwürfe, Prototypen und Sonderkonstruktionen anhand von über 150 Originalfotos und rund 40 Konstruktionszeichnungen aus dem größtenteils unveröffentlichten Nachlass. Bernhard Götz bezeichnete es in MG 61 als "das beste Motorradbuch der letzten Jahre".
Siehe Opel
Quellen:
Wikipedia: "Ernst Neumann-Neander" (Abruf 2026)
Wikipedia: "Neander Motorfahrzeuge" (Abruf 2026)
Wikipedia: "Motorrad mit Beiwagen" (Abruf 2026)
Opel Post: "Vater der Opel Motoclub"
Nippon-Classic.de: "Ernst Neumann-Neander und die bestliegendste Maschine der Welt"
cybermotorcycle.com: "Neander Motorcycles" (Quellenangabe dort: Tragatsch, Henshaw, et al.)
Motorrad-Gespanne Nr. 36, 61