Nachlauf

Der Nachlauf ist ein Mittel um die Lenkung zu stabilisieren. Auch beim Gespann macht ein langer Nachlauf die Lenkung richtungsstabil aber tendenziell auch schwergängig.

Serienmotоrräder werden kompromisslos für den Einspurbetrieb entwickelt. Der Nachlauf liegt dort typisch zwischen 80 und 120 mm, für ein Gespann deutlich zu viel, da im Dreirad keine Schräglagen gefahren werden und der Fahrer aktiv lenken muss. Je größer der Nachlauf, desto höher die erforderlichen Lenkkräfte. Die Zeiten, in denen Hersteller wie Matchless, Harley-Davidson oder Royal Enfield Gabeln mit verstellbarem Nachlauf anboten, sind vorbei. Heute müssen Gespannbauer den Nachlauf durch konstruktive Maßnahmen anpassen (→ Nachlaufverkürzung, → Nachlaufverstellung).

 

Richtwerte

Gespanntauglicher Nachlauf liegt typisch zwischen 30 und 60 mm. Ein Wert von rund 40 mm gilt als praxisbewährter Zielwert und wird von mehreren Gespannherstellern angestrebt.

 

Telegabel und Querkräfte

Auch bei gekürztem Nachlauf nimmt eine herkömmliche Telegabel Querkräfte schlecht auf. Bei Kurvenfahrt kann sie sich verwinden; im Extremfall legt die Verwindung die Gabelfederung lahm. Aus diesem Grund empfehlen erfahrene Gespannbauer bei leistungsstarken Zugmaschinen den Wechsel auf eine Vorderradschwinge oder Achsschenkellenkung.

 

Vorlauf, technisch

Technisch bezeichnet man den negativen Nachlauf, also den Fall, bei dem die Radachse vor der verlängerten Steuerkopfachse liegt, als Vorlauf. Im Gespannkontext meint Vorlauf jedoch üblicherweise den Längsversatz des Seitenrades gegenüber dem Hinterrad der Zugmaschine (→ Spurfehlwinkel).

 

Zur Ermittlung des Nachlaufs (N) zieht man eine Linie (A-A) durch die Lenkachse und fällt ein Lot durch die Radachse (B-B). Das Maß, um das die Radachse auf der Bezugsebene (Straße) hinter der Steuerkopflinie (A-A) liegt, ist der Nachlauf.

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Verschiedene Drehpunkthöhen. Je nach Baulänge der Schwinge und Höhe des Drehpunktes beschreibt die Achse eine andere Kurve. Liegt der Drehpunkt über der Achse (C), läuft die Kurve während des Einfederns (f) bis in die Höhe der Lagerung nach vorn. Dadurch verkleinert sich der Nachlauf (V).

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Zwei Methoden zum Messen des Nachlaufs

 

1. (siehe Abb. unten)

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Nachlaufmessung mit dem speziell hergestellten Lineal (nach Peikert):

 

 

2. (siehe Abb. unten)

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Nachlaufmessung:
M = Mitte unteres Steuerkopflager
N = Nachlauf = 50 mm
B = Lot Mitte Steuerkopf
A = Lot Achsmitte
h = Steuerkopfhöhe, erste Seite des Dreiecks = 780 mm
a = Steuerkopfwinkel = 620
D = (C+N) Zweite Seite des Dreiecks = 415 mm
C = gemessenen Strecke 365 mm

 

Jetzt kommt etwas Theorie aus „Winkelfunktionen am rechtwinkligen Dreieck“. Sie sagt aus, wenn man an einem rechtwinkligen Dreieck zwei Maße - Längen oder Winkel - kennt, kann man sich die anderen Maße ausrechnen. Man muss nur alles, was man wissen will, in die Form eines Dreiecks bringen.

 

Der Lenkkopfwinkel ist zum Beispiel 62 Grad. Aus dem Tabellenbuch oder dem Taschenrechner holt man sich den „Cotangens“ des Lenkkopfwinkels von 62° = 0,5317. Den multipliziert man mit der Lenkkopfhöhe

 

0,5317 x 780 mm = 415 mm

 

und hat damit die zweite Seite des Dreiecks (D). Davon zieht man die Strecke zwischen den beiden Loten (C) ab, 415 mm - 365 mm. Es ergibt sich ein Nachlauf (N) von 50 mm. Auf eine Formel gebracht:

 

Der Nachlauf ist N = (Cotangens Winkel a mal Lenkkopfhöhe) minus der Strecke zwischen den Loten in mm (c)

 

N = (ctg x h ) – c .

 

Übrigens: Ein Nachlaufwinkel von 15 Grad ist ein Richtwert, allerdings ist er immer an die Gegebenheiten des Gespannumbaus anzupassen.

 

Siehe dazu den Beitrag: Nachlaufverkürzung

Beiträge in MG 91, MG 141, 153

Letzte Bearbeitung: 17. Juli 2026

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