Krauser, Mike

Mike Krauser Mering (MKM)

 

Geschichte

Michael „Mike“ Krauser (1927 bis 1991) begann seine motorsportliche Laufbahn nach dem Zweiten Weltkrieg mit einem selbst aufgebauten BMW Gespann. In den 1950er Jahren errang er auf Sandbahnen zwei deutsche Vizemeisterschaften. Seine Erfahrungen aus dem Rennsport prägten später zahlreiche Entwicklungen seines Unternehmens.

Aus einer zunächst auf Motoreninstandsetzung spezialisierten Werkstatt entstand in Mering ein erfolgreicher Hersteller von Motorradzubehör. Internationale Bekanntheit erlangte Krauser durch seine Kunststoffkoffer, Verkleidungen und Zubehörsysteme für BMW Motorräder. Parallel dazu blieb der Rennsport ein wesentlicher Bestandteil der Unternehmensphilosophie.

 

Gespannrennsport

Bereits in den 1970er Jahren unterstützte Krauser zahlreiche Fahrer der Seitenwagen Weltmeisterschaft als Sponsor und technischer Partner. Das Unternehmen entwickelte eigene Rennmotoren mit Vierventil Zylinderköpfen sowie komplette Rennfahrzeuge. Zu den erfolgreich unterstützten Gespannfahrern gehörten unter anderem Rolf Biland, Werner Schwärzel, Alain Michel und Steve Webster.

Besondere Aufmerksamkeit erregte das Krauser Rennseitenwagenprojekt von 1975. Das Fahrzeug besaß einen Monocoque Rahmen, 10 Zoll Räder, vier Scheibenbremsen sowie einen wassergekühlten BMW Boxermotor mit eigens entwickelten DOHC Vierventil Zylinderköpfen und mechanischer Kugelfischer Einspritzung. Das Gespann wurde von Haller und Haselbeck in der Seitenwagen Weltmeisterschaft eingesetzt und zählt heute zu den technisch anspruchsvollsten deutschen Rennseitenwagen seiner Epoche.

 

MKM Motorräder

Die Erfahrungen aus dem Rennsport flossen unmittelbar in die Entwicklung der Krauser MKM 1000 ein. Das ab 1982 gefertigte Motorrad besaß einen neu entwickelten Gitterrohrrahmen sowie auf Wunsch die von Willi Roth konstruierten Vierventil Zylinderköpfe (MKM = Mike Krauser Mering). Obwohl die MKM kein Gespann war, bildete ihre Fahrwerksentwicklung die technische Grundlage für spätere Gespannprojekte.

 

Bedeutung

MKM war nie ein klassischer Beiwagenhersteller. Das Unternehmen entwickelte vielmehr innovative Fahrwerks und Motorenkonzepte, die sowohl im Rennsport als auch bei exklusiven Straßenfahrzeugen Anwendung fanden. Die Verbindung aus Motorsport, Leichtbau, Vierventiltechnik und unkonventionellen Fahrwerkslösungen machte Krauser zu einem der bedeutendsten deutschen Impulsgeber im Gespannbau der 1970er bis 1990er Jahre. Besonders das Domani markiert den Versuch, das Motorradgespann konstruktiv vollständig neu zu denken.

 

Siehe Domani, LCR und MKM.

Letzte Bearbeitung: 4. Juli 2026

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