Rolf Biland ist der erfolgreichste Seitenwagen-Rennfahrer aller Zeiten in Bezug auf Grand-Prix-Siege und der zweithäufigste Weltmeister nach Steve Webster. Mit 7 WM-Titeln und 80 GP-Siegen (nach einigen Quellen bis zu 81) dominierte er die Seitenwagen-WM über zwei Jahrzehnte. Sein Name steht auch für konsequente technische Innovation: Biland entwickelte und erprobte mehrere revolutionäre Gespann-Konstruktionen und arbeitete eng mit dem Schweizer Rahmen- und Gespannbauer Louis Christen (LCR) zusammen.
Steckbrief
Nationalität: Schweizer
Geboren: 1. April 1951
Gestorben: lebend
Aktive Rennkarriere: 1974–1996/97 (letzter GP: Österreich 1997)
Weltmeistertitel Gespann: 7× (1978, 1979, 1981, 1983, 1992, 1993, 1994)
Rennkarriere
Biland bestritt seinen ersten WM-Grand-Prix 1974 beim Großen Preis von Frankreich. 1975 holte er mit dem Seymaz-Yamaha (Beifahrer Freiburghaus) den ersten GP-Sieg in Hockenheim. 1978 wurde er mit dem revolutionären BEO-Yamaha und Beifahrer Kenny Williams erstmals Weltmeister. Das BEO war ein Heckmotor-Dreirad, bei dem der Beifahrer aufrecht saß — dies sorgte damals für Aufruhr im Fahrerlager, war aber regelkonform.
Ab 1979 fuhr Biland mit dem Schweizer Kurt Waltisperg als Beifahrer. Zusammen gewannen sie sechs WM-Titel: 1979 (BEO-Yamaha), 1981 und 1983 (LCR-Yamaha), 1992 und 1993 (LCR-Krauser) sowie 1994 (LCR-Swissauto). Insgesamt erzielte Biland 171 Starts, 80 Siege, 114 Podiumsplätze, 98 Pole Positions und 73 schnellste Runden.
1988 beim GP in Jerez erzielte Biland mit seinem Gespann eine Zeit, die schneller war als alle Solomaschinen der 500-cm³-Klasse — ein einmaliger Vorgang in der Geschichte des Motorradrennsports.
Besonderheiten
80 GP-Siege: klarer Rekord unter allen Seitenwagen-Piloten (Steve Webster: 62)
Das BEO von 1978 war eine technische Revolution: Heckmotor, aufrechter Beifahrer, kein Kniehen
Enge Partnerschaft mit LCR (Louis Christen): Biland prägte die LCR-Entwicklung mit
1988 in Jerez: Gespann-Rundenzeit schneller als alle 500-cm³-Solomaschinen
Biland „verspielte" nach eigener Aussage vier weitere WM-Titel durch Pech und Defekte
Nach Karriereende: Teammanager im Motorrad-GP (Team Biland GP1), später Kart-Events in der Schweiz
Quellen
https://en.wikipedia.org/wiki/Rolf_Biland
https://www.srf.ch/sport/motorsport/motorrad/rolf-biland-mit-dem-seitenwagen-zu-weltruhm
https://www.speedweek.com/seitenwagen/news/173503/Rolf-Biland-Sieben-WM-Titel-gewonnen-vier-verspielt.html
Weltmeistertitel
1978 LCR-Yamaha (BEO-Yamaha)
1979 LCR-Yamaha (Klasse B2A)
1981 LCR-Yamaha
1983 LCR-Yamaha
1992 LCR-Yamaha, Beifahrer: Kurt Waltisperg
1993 LCR-Yamaha, Beifahrer: Kurt Waltisperg
1994 LCR-Yamaha, Beifahrer: Kurt Waltisperg
Mit sieben Weltmeistertiteln ist Biland der erfolgreichste Schweizer im Motorsport. Sein BEO-Yamaha von 1978 war faktisch ein Dreiräder mit Heckmotor, was die FIM zu einer vorübergehenden Klassenteilung (B2A/B2B) veranlasste. Ab 1980 wurden die Klassen unter strengeren Regeln wieder vereint.