Zubehör bei Gespannen mit Telegabel-Vorderradführung. Er mindert das Verwinden der Gabelrohre bei den gespanntypischen Seitenkräften.
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Textauszug aus MG 14 aus 1992 von Hans Dölzer
Gabelstabilisatoren
In Kurven wirken Seitenkräfte auf die Reifenaufstandsfläche. Liegt deren Mitte nicht im Schnittpunkt von Lenkachse und Fahrbahn, versuchen die Seitenkräfte über den Hebelarm des Nachlaufs, das Rad wieder in Geradeausstellung zu bringen. Kurz gesagt: Je länger der Nachlauf beim Gespann ist, desto größere Lenkkräfte muss der Fahrer aufbringen.
Dies spricht für eine Vorderradschwinge oder Achsschenkellenkung (ASL) mit verstellbarem oder verkürztem Nachlauf. Hinzu kommen das feinfühligere Ansprechverhalten, größere Verdrehsteifigkeit gegenüber der Telegabel sowie ein neutrales Bremsverhalten, sofern die Anlenkung korrekt ausgeführt ist.
Eine Vorderradschwinge oder ASL verursachen jedoch zusätzliche Kosten. Aber stellen Gabelstabilisatoren eine kostengünstige Alternative dar?
Die Aufgaben eines Gabelstabilisators sind klar definiert: Er soll erstens verhindern, dass sich die einzelnen Tauchrohre der Telegabel gegeneinander verdrehen, und zweitens die Verschiebung und Verwindung der beiden Holme minimieren.
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Über den Hebelarm des Vorderradhalbmessers wirken beim Kurvenfahren Seitenkräfte auf die Radachse ein, wodurch sich die Tauchrohre gegeneinander verschieben. In einer Rechtskurve taucht beispielsweise der rechte Gabelholm stärker ein als der linke. Der Stabilisator umfasst die oberen Bünde der Tauchrohre und wirkt wie eine zusätzliche, dritte Gabelbrücke.
Worauf ist beim Kauf zu achten?
Die Klemmfäuste des Stabilisators müssen passgenau und spielfrei an den Tauchrohrbünden anliegen. Bereits geringes Spiel führt dazu, dass sich die Bohrungen der Klemmfäuste ausschlagen und der Stabilisator seine Funktion verliert. Daher gilt: Passt das Bauteil nicht exakt, sollte es umgetauscht werden.
Gabelbrücken unterliegen Fertigungstoleranzen. Deshalb können die Abstände der Gabelholme selbst bei baugleichen Motorrädern variieren. Ein hochwertiger Stabilisator muss diese Unterschiede ausgleichen können, etwa durch Langlöcher, Rohrklemmen oder andere geeignete konstruktive Lösungen. Ist dies nicht möglich, besteht die Gefahr, dass die Gabel verspannt wird, beim Einfedern verkantet und Gleitbuchsen sowie Dichtringe vorzeitig verschleißen.
Die Klemmfäuste sollten möglichst über ihre gesamte Breite miteinander verbunden sein, damit auch höhere Verwindungskräfte aufgenommen werden können. Zudem sollte der Gabelstabilisator über eine Allgemeine Betriebserlaubnis oder zumindest ein Mustergutachten verfügen, da er vom TÜV in die Fahrzeugpapiere eingetragen werden muss.
Wer sich insbesondere als Einsteiger eine Vorderradschwinge nicht leisten möchte, ist mit einem hochwertigen Gabelstabilisator durchaus gut beraten. Wunderdinge sollte man sich im Gespannbetrieb jedoch nicht von ihm versprechen.
Gabelstabilisatoren verringern nicht die Lenkkräfte, sondern nur deren Auswirkungen auf die Telegabel. Mögliche Alternativen :
gereckte Gabelbrücken
Vorderradschwinge
Schräglenker- oder Schwingenkonstruktionen
Achsschenkellenkung