Cap´tain (Walter)

Ursprünglich ein Beiwagenmodell der Fa. Jeaniel (F), das es in den Versionen Cap´tain I und II gab. 1989, nach Übernahme der Namensrechte von der Fa. Walter (D), wurde der Seitenwagen, umbenannt in Captain, noch bis zum Jahr 2000 bei Walter angeboten.

 

Captain I
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Daten aus MG 14, März 1992:

 

 

Captain II
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--- Cap'tain II — Produktion und Übernahme ---

Helmut Walter (Walter Motorrad-Gespanntechnik, Wabern bei Kassel) übernahm die Produktionsrechte an den Jeaniel-Modellen von Pierre Lamoille, dem damaligen Mehrheitsanteilseigner von Jeaniel und Side Bike in Grenoble. Die ältere der beiden Dreirad-Fabriken Lamoilles schrieb rote Zahlen; nach Interessentensuche erhielt Walter den Zuschlag. Mit dem Firmennamen wanderten sämtliche Produktionseinrichtungen nach Wabern. Walter ist dabei nicht Rechtsnachfolger der früheren Jeaniel-Firma; Garantieansprüche aus der Vorzeit mussten weiterhin beim alten Werk in Frankreich angemeldet werden. Der Cap'tain II war das erste in Deutschland gefertigte Jeaniel-Boot. Walter plante, die gesamte Jeaniel-Palette mit Detailverbesserungen weiterzuführen; ein Teil der Produktion sollte in die östlichen Bundesländer verlagert werden. Gleichzeitig senkte er den Preis des Cap'tain II gegenüber dem französischen Vorgänger um rund 800 Mark. (Stand: Frühjahr 1991)

--- Cap'tain II — Unterschiede zum Cap'tain I ---

Gegenüber dem Cap'tain I wirkt der II deutlich kantiger und größer. Die Breite der Doppelsitzbank wuchs um sechs Zentimeter, der Kofferraum vergrößerte sich um 100 Liter (auf 280 Liter). Das Allwetterdach ist serienmäßig. Leergewicht Boot: 75 kg.

Daten aus Tourenfahrer 2/1991, Testgespann Honda ST 1100:

Kofferraumvolumen: 280 Liter

Leergewicht Boot: 75 kg

Gesamtgewicht Gespann (vollgetankt): ca. 400 kg

Bereifung (Verbundrad): 165/65-14 (Beringer-Verbundräder) bzw. 155/70-13

Nachlauf: 45 mm

Seitenradbremse: Trommel, hydraulisch mit Hinterradbremse gekoppelt

--- Cap'tain II — Fahrverhalten (Tourtest Honda ST 1100) ---

Lenkung neutral und angenehm leichtgängig; in schnellen Linkskurven kräftiges Gegenlenken erforderlich. Federung des Bootes über geschobene Schwinge mit Koni-Dämpfer; schützt Mitfahrer vor groben und feinen Stößen. Walter-Zentralfederbein-Schwinge vorne (alternativ: verstärkte Jeaniel-Schwinge für 650 Mark weniger). Seriendämpfer am Heck der ST 1100 auf härteste Stufe justieren; für die Serienfertigung sollte Walter stärkere Federn einbauen lassen.

Windschutz hinter der ST-1100-Verkleidung hervorragend; hohes Boot erzeugt rechts leichte Turbulenzen. Boot bei Regen nicht dicht: Wasser dringt durch Verdeck-Ritzen und Fuge zwischen Karosserie und Scheibe ein. Sitzkomfort auf allen Plätzen überdurchschnittlich — aber: Sitzmulden auf schmale Personen ausgelegt, Beine lassen sich wegen Keilform der Bootschnauze nicht ausstrecken. Einstieg erfordert trotz klappbarer Scheibe Gelenkigkeit. Kofferraum groß, aber Luke zu schmal für breites Gepäck.

--- Quelle Fremdarchiv ---

Quelle: Tourenfahrer, Heft 2/1991, S. 102–105. Testbericht: Axel Koenigsbeck. Testgespann: Honda ST 1100 Pan European mit Jeaniel Cap'tain II, aufgebaut von Helmut Walter, Wabern. [Fremdarchive.pdf, S.13–18]

Letzte Bearbeitung: 11. Juli 2026

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