Modellbezeichnung für eine Chopper-Variante des russischen Herstellers IMZ-Ural (Irbit), abgeleitet von den Vorläufermodellen Cobra und Voyage. Ursprünglich als reine Solomaschine konzipiert, im Markt jedoch auch als Beiwagengespann anzutreffen.
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Entwicklung
Die Cobra (Hardtail-Rahmen) gilt als erste Stufe der Entwicklung, nur etwa 13 Exemplare gebaut. Der Voyage (vorgestellt um 1997, 720 cm3 für den russischen Markt, 750 cm3 für den Export) brachte unter anderem eine schwenkbare Parallelogramm-Hinterradaufhängung und Scheibenbremsen vorn wie hinten. Aus dieser Linie entstand der Wolf, eine Kooperation des Ural-Werks mit dem russischen Motorradclub Night Wolves. Werksoffizieller Solo-Cruiser ab den frühen 2000er Jahren. Gesamtproduktion des Wolf laut Quellenlage nur rund 1000 Stück.
Hinweis zur Quellenlage: Ob die Bezeichnung Wolf von Anfang an Werksname war oder sich zunächst über Importeur-Umbauten (u. a. Udo Haubrich, Zentraleuropa-Importeur) im Markt etablierte, ist nicht lückenlos dokumentiert.
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Technik (Solo-Auslieferungszustand)
Motor: Luftgekühlter Boxer-Zweizylinder
Hubraum: 745 cm3
Leistung: 30 kW (41 PS) bei 5600 U/min
Drehmoment: 53 Nm bei 4000 U/min
Vergaser: Gleichdruckvergaser (Keihin)
Getriebe: Vierganggetriebe, Kardanantrieb
Bremse vorn: Scheibenbremse, Vierkolben-Schwimmsattel, Ø 296 mm
Bremse hinten: Trommelbremse Ø 204 mm
Reifen vorn: 90/90 x 18, Drahtspeichenrad
Reifen hinten: 130/90 x 16, Drahtspeichenrad
Höchstgeschwindigkeit: ca. 100 km/h (Solo, werksseitig teils höher angegeben)
Als Solomaschine ausgeliefert, war die Wolf nicht für den Beiwagenbetrieb vorgesehen. Umbauten zum Gespann erfolgten daher in Eigeninitiative der Besitzer und Gespannhersteller, nicht werksseitig.
Praxisbeispiel: Gespannumbau Norbert Heinrichs
Vorgestellt in MG Nr. 187 unter dem Titel "Wolfs-Tanz". Basis: Ural Wolf, Baujahr 2003, zunächst solo ausgeliefert, sechs Jahre vor Erwerb durch den jetzigen Besitzer zum Gespann umgebaut (puristisches Finish, lange Gabel, vorverlegte Fußrasten, hoher Lenker).
Modifikationen am Solomotorrad:
Lenker und Rückspiegel ausgetauscht (Original ungeeignet für Gespannbetrieb)
Hydraulischer Lenkungsdämpfer nachgerüstet
Denso-Lichtmaschine mit größerer Batterie
Vorderradgabel: Marzocchi statt Original
Bremssattel: Brembo nachgerüstet
Fahrersattel um 3 cm erhöht
Keihin-Vergaser zerlegt und gereinigt, Ansauggummis ersetzt (Ersatzteilbeschaffung über mehrere Länder, Lieferung letztlich über österreichischen Ural-Importeur Linz)
Beiwagen-Technik (laut Datenblatt MG 187):
Karosserie: Ural
Fahrwerk: Stahlrohrrahmen, Vierpunktanschluss
Radführung: Telegabel
Bereifung: 130/90 x 16, Drahtspeichenrad
Federbein: Ural
Bremse: Scheibenbremse Ø 245 mm, Einkolbensattel
Sitzbreite: 48 mm
Fußraumlänge: 86 mm
Heckraumvolumen: ca. 120 l
Gespanndaten gesamt:
Radstand: 1550 mm
Federweg v/h: 170/55 mm
Leergewicht: 342 kg
Zul. Gesamtgewicht: 580 kg
Tankinhalt: 19 l
Verbrauch (Mittel): 8,5 l
Höchstgeschwindigkeit: 100 km/h
Besonderheiten des Umbaus:
Beiwagenboden mit Lattenrost verkleidet, Heckträger mit Rück- und Bremslicht als Eigenkonstruktion, Lackausbesserung und Hochglanzpolitur am Seitenwagenblech. Bewusst kein Kunststoff verbaut. Fahrverhalten laut Besitzer aufgrund der langen Gabel mit Eigenbewegungen, für Kurvenfahrt nicht ausgelegt, aber im Alltag nach Eingewöhnung gut beherrschbar.
Russische Studie
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Beiträge in MG 38, 118, 129, 187