Die Victoria Werke AG in Nürnberg wurden 1886 gegründet. Zunächst produzierte die Firma Hochräder, ab 1901 Motorräder. Nach dem Ersten Weltkrieg begann 1920 die Fertigung der KR I mit einem zugekauften BMW Boxermotor, dem M2B15 mit 494 cm3.
Geschichte
Als BMW ab 1923 eigene Motorräder baute, entwickelte der neue Victoria Mitarbeiter Martin Stolle, zuvor bei BMW, einen eigenen OHV Boxermotor für die KR II. Die Fertigung dieses Motors übernahm Victoria später vom ursprünglichen Zulieferer Wilhelm Sedlbauer aus München und verlagerte sie nach Nürnberg.
Victoria zählte neben Zündapp und NSU zu den drei goßen Motorradherstellern der Bundesrepublik. Die Firma verfügte über ein eigenes Presswerk für Felgen, Tanks und Rahmenteile sowie über eigene Motoren und Getriebefertigung im Druckgussverfahren. 1958 ging die Marke in der Zweirad Union auf, die später von Fichtel und Sachs beziehungsweise Hercules übernommen wurde.
Beiwagen
Die Wiener Fachzeitschrift Österreichischer Motor beschreibt 1924 eigene Seitenwagen von Victoria. Wörtlich heißt es dort, die Victoria Werke stellten als einzige Motorradfabrik in Deutschland ihre Seitenwagen selbst her und könnten die Konstruktion dadurch den Kundenwünschen anpassen.
Diese Aussage ist als zeitgenössische Werbeaussage der Firma zu lesen, nicht als geprüfte Tatsache. Sie passt zur bekannten hohen Fertigungstiefe von Victoria bei Rahmen, Felgen und Motoren. Ein Alleinstellungsanspruch dieser Art ist aber mit Vorsicht zu behandeln, da unter anderem die Firma Steib als spezialisierter Seitenwagenhersteller ebenfalls in Nürnberg saß.
Quellen:
Österreichischer/Europa Motor, Heft 12/1924, S.37 und S.38.
Deutsche Wikipedia: Victoria-Werke
Victoria Interessengemeinschaft (Web)
LVR Industriemuseum (Web)
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