Vetter, Craig

Craig Vetter / Terraplane

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Zur Person:

Craig Vetter verkaufte seine Firma um 1980 an seinen Bankier, der sie bis etwa 1983 weiterführte, bevor sie in die Insolvenz ging. Craig Vetter selbst war für das Design der Windjammer-Verkleidungen, der Lower-Fairings und des Gepäcksystems verantwortlich – er war also primär als Zubehör-Designer (Verkleidungen, Koffer, Tankbags) bekannt, der Seitenwagen war ein Nebenprodukt.

 

Entstehungsgeschichte des Terraplane:

Laut Craig Vetters eigener Website baute er zwischen 1973 und 1975 etwa vier Prototypen und legte das Projekt dann auf Eis. Der neue Besitzer der Vetter-Firma ließ den Terraplane (Einsitzer) wiederaufleben und baute davon etwa tausend Stück. Das deckt sich mit der zeitgenössischen Cycle-World-Reportage: Craig Vetter hatte über Jahre einen stilvollen Seitenwagen namens Terraplane eingelagert, den er gebaut und über einen Verkauf nachgedacht hatte, hielt den Markt aber für nicht reif dafür, sodass das Terraplane verstaubte.

 

Produktionszeitraum und Stückzahl:

Weniger als 1000 Stück wurden zwischen 1979 und 1981 produziert.

 

Technik/Design-Besonderheiten:

Eine einstellbare Trimm-Kontrolle erlaubt es dem Fahrer, die Schräglage von Motorrad und Seitenwagen anzupassen. Schnelltrenn-Elektrikanschlüsse und entsprechende Beschläge ermöglichen das Abkoppeln des Seitenwagens in 10 Minuten. Charakteristisch: Der Terraplane öffnet seitlich wie ein Sarg, im Gegensatz zu Konkurrenzmodellen, die nach vorne oder hinten aufklappen oder gar nicht öffnen. Sehr schlanke, schlanke Karosserie, die nicht wie ein Backstein wirkte und gut verarbeitet war.

 

Bekanntes Schwachpunkt-Detail (technisch relevant für deine Leser):

Das Drei-Punkt-Anschlusssystem von Vetters Design funktioniert laut Praktikererfahrung bei schwereren Motorrädern nicht gut – es gibt zu viel Flex am vorderen Anlenkpunkt, wenn das Motorradgewicht auf dem Seitenwagen lastet, zusätzlich verstärkt durch die On-the-fly-Schräglagenverstellung am hinteren oberen Lenker. Bei "wie verkauft" ausgelieferten Exemplaren kam ein Drei-Punkt-Befestigungssystem zum Einsatz; heute baut praktisch jeder, der einen Seitenwagen montiert, ein Vier-Punkt-System.

 

Zur Nachbau-Frage (dein Stichwort "nachgebaut"):

Eine Firma namens Studebaker baute eine Zeitlang Vetter-Stil-Seitenwagen, ging aber ebenfalls in Konkurs. Das "Studebaker Terraplane" sah identisch aus, hatte aber ein Automobilrad samt Reifen und kostete 3.995 US-Dollar. Die Firma aus Rosalia, Washington, stellte vor einigen Jahren den Betrieb ein, Restbestände an Formen, Rahmen und Teilen wurden günstig verkauft – ein Käufer aus Kansas soll die Bestände übernommen, aber nie in Produktion gegangen sein.

 

Verbreitung/Montage (Praxisrelevanz):

Häufig montiert an Honda Gold Wing (der Terraplane war ein populärer Seitenwagen für Gold Wings, solange Vetter sie baute), aber auch an BMW K100/K1100, Kawasaki KZ1300/Voyager, Harley-Davidson und diverse Vierzylinder-Japaner – belegt durch zahlreiche Foren-Umbauberichte.

Letzte Bearbeitung: 21. Juni 2026

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