VP Sidecars

Hersteller: V.P. Sheet Metal Ltd., Windsor Street, Cheltenham, Gloucestershire, England Produktionszeitraum: ca. 1930er Jahre bis ca. 1952 Modelle: Viper (Viper 2001, Viper 2002), Volante.

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Unternehmensgeschichte

V.P. Sheet Metal Ltd. mit Sitz in der Windsor Street in Cheltenham, Gloucestershire, war ein Ableger der Variable Pitch Propeller Company, die nach dem Zweiten Weltkrieg in die Beiwagenproduktion diversifizierte. Das Kürzel „VP" steht demnach direkt für diesen Mutterkonzern aus der Luftfahrtzulieferbranche – eine Herkunft, die die handwerkliche Kompetenz in der Metallverarbeitung erklären dürfte.

VP produzierte bereits in den 1930er Jahren Beiwagen, erreichte jedoch nie den Bekanntheitsgrad vergleichbarer britischer Hersteller wie Watsonian, Swallow, Busmar oder Canterbury. Die Beiwagenproduktion lief von etwa 1947 bis 1952. Zum Ende der Produktionszeit, Mitte der 1950er Jahre, war es um das Unternehmen zunehmend still geworden.

 

Modell Viper

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Mit dem Viper brachte VP einen einsitzigen Sportbeiwagen (Single Seater) auf den Markt, der von vielen als eine der schönsten Sportbeiwagen-Karosserien der britischen Nachkriegszeit angesehen wird. Konstruktiv orientierte sich der Viper noch stark an den Vorkriegsjahren: Ein schlichtes Rechteck-Chassis ohne Radfederung trug über Halbelliptik-Blattfedern das Boot aus Aluminiumblechpaneelen. Die Karosserie verfügte über einen eigenen Kofferraum hinter dem Sitz mit separater Klappe. Einstiegstürchen und aufklappbare Frontscheibe gehörten zur Serienausstattung.

Die angebotenen Varianten umfassten den Viper 2002 mit Radfederung sowie den Viper 2001 ohne Radfederung.

 

Technische Daten Viper

Karosserie: Einsitzer (Single Seater), Aluminium-Blechpaneele auf Stahlrahmen Federung: Halbelliptik-Blattfedern (Viper 2002: zusätzlich Radfederung) Einstieg: Seitentürchen Verglasung: Aufklappbare Frontscheibe

 

Modell Volante


Der Volante war das technisch avancierte Gegenstück zum Viper und für erheblich mehr Gesprächsstoff geeignet. Konstruktiv bemerkenswert war das Fahrgestell: Die geschobene Schwinge war mit einer Gummitorsions-Federung ausgestattet, was zu Beginn der 1950er Jahre keineswegs handelsüblich war. Das Boot ruhte auf zwei Querträgern, die über Hebel in Gummilagern aufgehängt waren und quer zur Fahrtrichtung ausschwingen konnten – eine zusätzliche Pufferwirkung für Stöße, die von der Torsionsfederung des Beiwagenrades nicht aufgenommen werden konnten.


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aschinenseitig führten zwei Längsrohre in ein Gusseisenbauteil, das gleichzeitig als Aufnahme für die vordere obere Anschlussstrebe mit vierfacher Klemmung diente. Die hintere untere Strebe war über eine verschiebbare Doppelschelle stufenlos einstellbar. Das Chassis war aerodynamisch günstig in den Bootskörper integriert, blieb auf der Maschinenseite jedoch für Einstell- und Montagearbeiten frei zugänglich.

Die Karosserie bestand aus einem Stahlrahmen mit Aluminiumbeplankung; auf die Verwendung von Holz wurde bewusst verzichtet, um Gewicht einzusparen. Der mit rotem Leder bezogene Sitz war in Schienen gelagert und vielfach verstellbar. Der vordere Kindersitz – laut Prospekt für zwei kleinere Kinder ausgelegt – war zum Erleichtern des Einstiegs klappbar gestaltet. Ein Kofferraum mit separater Klappe sowie zusätzlicher Stauraum hinter dem Erwachsenensitz rundeten das Raumangebot ab.

Für Front- und Seitenscheiben verwendete VP Perspex in 1/8-Zoll-Stärke. Das Wetterverdeck aus schwerem Segeltuch funktionierte nach dem Rollprinzip und ließ sich in verschiedenen Stellungen fixieren. Serienmäßige Lackierungen waren Schwarz, Weinrot und Cremeweiß; die Innenausstattung war stets rot gehalten.

Der Volante wurde kein Verkaufserfolg – trotz des innovativen Fahrwerks und des fortschrittlichen Designs. Rückblickend erscheint das Modell seiner Zeit um einige Jahre voraus gewesen zu sein: In den Jahren 1955/56, als Watsonian jährlich bis zu 10.000 Beiwagen produzierte, hätte der Volante wohl mehr Abnehmer gefunden. Zu diesem Zeitpunkt hatte VP die Produktion jedoch bereits eingestellt.

 

Technische Daten Volante

Karosserie: Zweitürig (Erwachsener + klappbarer Kindersitz), Stahlrahmen mit Aluminiumbeplankung Federung: Geschobene Schwinge mit Gummitorsions-Federung, Queraufhängung des Boots über Gummilager Verglasung: Perspex, 1/8 Zoll Verdeck: Rollprinzip, „heavy canvas", mehrstufig arretierbar Farben (Serie): Schwarz, Weinrot, Cremeweiß; Innenausstattung stets Rot

Quelle: MG Nr. 12 (Quellenangabe nach Vorlage ergänzen); cybermotorcycle.com; Bonhams Auktionskatalog Nr. 11242, Los 328

 

Marktstellung und historische Einordnung

VP Sidecars blieb im britischen Beiwagenmarkt der Nachkriegszeit eine Randerscheinung. Selbst unter englischen Gespannspezialisten ist bis heute kein erhaltenes Exemplar des Volante bekannt. Überlieferte Viper-Beiwagen tauchen gelegentlich auf dem Veteranenmarkt auf und gelten als gesuchte Raritäten.

 

Hinweis zur Quellenlage: Unternehmensunterlagen, Prospekte und Seriennummern sind nicht überliefert. Alle Angaben stützen sich auf zeitgenössische Prospektinhalte sowie auf Beschreibungen erhaltener Exemplare aus dem britischen Veteranenhandel. Die Zuordnung zu V.P. Sheet Metal Ltd. als Ableger der Variable Pitch Propeller Company gilt in der britischen Veteranenszene als gesichert, ist aber urkundlich nicht belegt.

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Beitrag in MG 33

Letzte Bearbeitung: 16. Juni 2026

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