--- Definition ---
Die Torsionsfeder, auch Drehstabfeder genannt, wird aus legierten Stählen hergestellt: Ein Rundstahlstab, der an beiden Enden verspannt ist. Einerseits ist er am Beiwagenfahrwerk befestigt, andererseits an der Radaufhängung. Ändert sich die Radlast, verdreht sich der Stahl — er federt. Erfunden hat diese Federung Ferdinand Porsche. [MG 148, S.68]
--- Eigenschaften ---
Vorteile gegenüber Schraubenfeder mit Stoßdämpfer:
- Geringer Platzbedarf (kein aufrechter Federweg nötig)
- Vergleichsweise niedrige Herstellungskosten
Nachteile:
- Keine integrierte Dämpfung (separater Stoßdämpfer nötig oder keine Dämpfung)
- Geringere Progressionsmöglichkeiten als Schraubenfedern
- Fortschritt in der Stoßdämpfertechnik macht moderne Dämpfer-Federbein-Kombis im Beiwagenbau deutlich überlegen. [MG 148, S.68]
--- Historischer Einsatz ---
Bis in die 1960er Jahre wurde die Torsionsfeder bei vielen Beiwagen verwendet, darunter Carell-Beiwagenfahrwerke (z. B. Carell TR 500 BN). [MG 101, S.54]
Typische Kombination: Geschobene Kurzschwinge + Torsionsfeder (z. B. Pannonia 250 TLF / Duna OK3, Baujahre ca. 1950–1970). [MG 172, S.62]
--- Squire-Beiwagen: Wechsel zur Watsonian-Federung ---
Der Squire-Beiwagen verwendete bis 1990 den originalen Flexitor als Federung (Typ ST 1 / ST 2). Erst mit dem ST 3 ab 1990 wechselte Squire auf eine Watsonian-Typ-Federung mit modernem Federbein. [MG 148, S.68]
--- Carell-Umbrat (Leserfrage) ---
Leserfrage: Carell TR 500 BN mit Torsionsfederung und ungebremsten Beiwagenrad an Moto Guzzi 850 T 5 — Empfehlung: Rahmen erhalten, Bremsscheibe durch Firma Mike Ott (ehemals Carell-Mitarbeiter) nachrüsten; Federung nur bei völliger Unzufriedenheit ersetzen. [MG 101, S.54]
Quellen: [MG 101, S.54] · [MG 148, S.68] · [MG 172, S.62]
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