Fritz Scheidegger war ein Schweizer Motorradrenn- und Gespannfahrer aus Langenthal, der 1965 und 1966 zweimal in Folge Seitenwagen-Weltmeister wurde. Als Mitentwickler des sogenannten „Kneelers" — einer revolutionären Gespannkonstruktion, bei der Fahrer und Beifahrer knien statt sitzen — prägte er die technische Entwicklung des Gespannsports bis heute entscheidend mit.
Steckbrief
Nationalität: Schweizer
Geboren: 30. Dezember 1930 in Langenthal, Kanton Bern
Gestorben: 26. März 1967 in Mallory Park, England (tödlicher Rennunfall)
Aktive Rennkarriere: 1950–1967 (WM: 1957–1966)
Weltmeistertitel Gespann: 2× (1965 und 1966, jeweils mit Beifahrer John Robinson)
Rennkarriere
Scheidegger begann 1950 mit dem Rennsport — zunächst auf Gras- und Bergrennbahnen. Sein Arbeitgeber Anton Weber erkannte sein Talent und stellte ihm Maschinen zur Verfügung. 1956 wurde er Schweizer Meister in der Gespannklasse (Beifahrer: H. Burckhardt). 1957 debütierte er bei der WM in Monza und erreichte sogleich den vierten Platz.
In den folgenden Jahren arbeitete er sich zur Weltspitze vor. Ab 1962 fuhr er mit dem britischen Beifahrer John Robinson. 1965 brachten Scheidegger und der Konstrukteur Rudolf Kurth den „Kneeler" zur Perfektion: ein aerodynamisch flaches Gespann, bei dem Fahrer und Beifahrer kniend fahren. Mit vier Grand-Prix-Siegen (Nürburgring-Südschleife, Assen, Spa-Francorchamps, Monza) und drei zweiten Plätzen wurden sie 1965 Weltmeister. 1966 dominierten sie die Saison mit 14 Siegen in 19 Rennen.
Scheidegger, der im Alltag eine Tankstelle mit Café in Courtelary betrieb, kam an Ostern 1967 in Mallory Park (England) ums Leben. Ursache war ein gebrochenes Bremslager. John Robinson überlebte mit einem Beinbruch und beendete danach seine Karriere. Über seine gesamte WM-Laufbahn erzielte Scheidegger 16 Siege und 34 Podiumsplätze in 36 Starts.
Besonderheiten
Mitentwickler des „Kneelers": Diese Kniehaltung ist bis heute der Standard im Gespann-Rennsport
Starke Dominanz 1966: 14 von 19 Rennen gewonnen
Auch in 7 TT-Starts auf der Isle of Man: 1 Sieg, 5 weitere Podiumsplätze
Sein 1966er-WM-Titel war zunächst umstritten (Treibstoffunregelmäßigkeit beim TT), wurde nach Berufung bestätigt.
Quellen:
https://en.wikipedia.org/wiki/Fritz_Scheidegger
https://www.speedweek.com/seitenwagen/news/169892/Toedlich-verunglueckt-Heute-waere-Fritz-Scheidegger-90.html
https://www.langenthal.ch/geschichte/4935
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Ergänzung WM-Daten (2026-06-04)
--- Weltmeistertitel (Ergänzung) ---
1965 BMW, Beifahrer: John Robinson
1966 BMW, Beifahrer: John Robinson
--- Besonderheiten (Ergänzung) ---
Der Schweizer beendete Max Deubels Herrschaft und begründete die erste Schweizer WM-Serie. Scheidegger war bekannt für seine Präzision und sein mechanisches Feingefühl. Er verstarb 1967 an den Folgen eines Rennunfalls. (Stand: 2026)