Sandum

Beiwagenhersteller: Sandham Engineering Co. Firmensitz: 336 Gray's Inn Road, London W.C.1 Gründer: Percy Herbert Cecil Sandham (1873 St. Pancras bis 8. Januar 1948 Colchester) Nachgewiesen: ab 1919/1920 bis in die späten 1930er Jahre Land: Großbritannien

Sandum war die Beiwagenmarke der Londoner Firma Sandham Engineering Co. und stand in den 1920er und 1930er Jahren in direkter Konkurrenz zu Watsonian. Firmengründer Percy Herbert Cecil Sandham stammte ursprünglich aus dem Fahrradgewerbe: 1901 ist er als Fahrradhersteller und -reparateur nachgewiesen, um 1905 war er vermutlich Inhaber der Ascot Motor Co. Im Motor, Marine and Aircraft Red Book von 1920 erscheint die Sandham Engineering Co. bereits mit Adresse 336 Gray's Inn Road, London W.C.1, als Hersteller von "Sandum" Side Cars und Beiwagenbooten; laut Grace's Guide soll Sandham das Unternehmen dagegen erst 1922 gegründet haben. Diese beiden Datierungen widersprechen sich.

Zusammen mit William Joseph Connolly entwickelte Sandham zwischen 1920 und 1928 mehrere Patente rund um Beiwagenzubehör, darunter Windschutzscheiben für Motorrad-Beiwagen-Gespanne sowie verstellbare Gelenke und Befestigungsmechanismen für Beiwagenchassis.

1928 stellte Sandum auf der Olympia-Show in London ein überarbeitetes Modell des sogenannten Folding Sidecar vor. Dieses Klappchassis war Mitte der 1920er Jahre in Anlehnung an das Kwikfit-Chassis von Watsonian auf den Markt gebracht worden; die zeitgenössische Presse bescheinigte ihm, es besitze "die Stabilität eines starren Fahrgestells" und lasse sich dennoch sehr leicht bedienen.

Zum Zusammenklappen musste zunächst das Boot vom Chassis abgenommen werden. Nach Lösen der beiden nach oben führenden Anschlussstreben wurde das Chassis mittels eines kleinen Rades am Boden abgestützt, ehe sich die beiden Klemmschrauben lösen ließen und das Fahrgestell um den Drehpunkt des maschinenseitigen Chassisrohres nach oben klappen ließ. Sandum bot dieses Klappsystem in zwei Fahrgestellbreiten an, für Einsitzer-Boote sowie mit beidseitig gefasster Radachse für Zweisitzer-Beiwagen. Bis Ende der 1930er Jahre blieb das Folding Chassis im Programm.

 

Ungeklärt: Zum Gründungsjahr der Sandham Engineering Co. liegen zwei widersprüchliche Angaben vor, 1919/1920 laut Red Book-Eintrag gegenüber 1922 laut Grace's Guide-Biografie zu Percy Sandham; welche Angabe zutrifft oder ob es sich um eine Neugründung nach einer Vorläuferfirma handelt, ist offen. Zum genauen Ende der Firma beziehungsweise der Marke Sandum nach den 1930er Jahren liegen aus den ausgewerteten Quellen keine Angaben vor. Zur Verbindung zwischen der Ascot Motor Co. und der späteren Sandham Engineering Co. finden sich nur vage Hinweise ("vermutlich Eigentümer"); eine belastbare Kontinuität lässt sich daraus nicht ableiten.

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Quellen:

 

 

Beitrag in MG 45

Letzte Bearbeitung: 14. August 2026

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