Anders als beim Solomotorrad treten beim Motorradgespann Querkräfte auf, die Fahrverhalten, Reifenverschleiß und Lenkung beeinflussen.
Die Querkräfte können bewirken, dass in Rechtskurven das Beiwagenrad abhebt, hingegen in Linkskurven das Beiwagenrad stärker belastet wird. Der Fahrer bemerkt die Querkräfte insbesondere in schnellen Kurven, wenn er sich mit den Knien am Tank festhalten muss, um nicht vom Motorradsitz heruntergezogen zu werden.
Auswirkungen auf das Fahrwerk
Besonders ausgeprägt sind die Querkräfte am Hinterrad. Je nach Fahrwerk und Geschwindigkeit wurden dort bei Geradeausfahrt Querkräfte von mehreren hundert Newton gemessen. [MG 83] Die Radträger müssen diese Belastung dauerhaft aufnehmen. [MG 164]
Telegabel und Schwinge
Telegabeln sind für den Gespannbetrieb in diesem Punkt ungünstig: Sie können Querkräfte konstruktionsbedingt nicht aufnehmen und neigen zu Verwindungserscheinungen. Schwingen hingegen absorbieren Querkräfte deutlich besser. [MG 17, MG 103] Mehrfache Abstützungspunkte zur linken Rahmenhälfte verteilen die Kräfte und mindern die punktuelle Belastung. [MG 45]
Beiwagenanschlüsse und Hinterradschwinge
Die Beiwagenanschlüsse übertragen Querkräfte in den Rahmen er Zugmaschine. Bei Hinterradschwingen erzeugen die Querkräfte über die Hebellänge der Schwingenarme wechselseitige axiale und radiale Zug- und Druckkräfte.
ABS-Problematik
ABS-Algorithmen sind nicht darauf ausgelegt, Querkräfte ohne Schräglagenwinkel an der Reifenaufstandsfläche zu berücksichtigen. Ein spezifisches Problem des Gespannbetriebs, das zu unerwünschten ABS-Eingriffen führen kann. [MG 153]
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