Peka

Hersteller von Motorrad-Beiwagen, Karlsruhe, Deutschland. Aktiv von Anfang der 1920er bis Anfang der 1930er Jahre.

Das Autohaus Peter Eberhardt in Karlsruhe hielt Anfang der 1920er Jahre eine Vertretung für Wanderer- und Opel-Lastwagen. Peter Eberhardt selbst war leidenschaftlicher Gespannfahrer und in verschiedenen Stilrichtungen aktiv. Die auf dem Markt üblichen starren Beiwagenräder störten ihn: Sie schüttelten auf den holprigen Landstraßen der Zeit durch und bargen ständig die Gefahr von Rahmenbrüchen. Eberhardt sah die einzige Lösung in einem gefederten Beiwagenrad.

 

Klarer Vorteil mit dem gefederten Peka-Beiweigen, Abb. aus MG 47
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Damit lag er im Trend, allerdings mit deutscher Verspätung. Erst in den 1920er Jahren kümmerten sich deutsche Beiwagenhersteller um das gefederte Beiwagenrad, während im Ausland bereits vor dem Ersten Weltkrieg entsprechende Konstruktionen in kleinen Stückzahlen gebaut wurden: Die englische Firma Bramble mit einer Querlenkerschwinge, die Firma Precision mit einer 1911 patentierten Einarm-Blattfeder-Schwinge (ein Versuchsexemplar wurde der Presse vorgeführt, ging aber nicht in Serie) sowie die Firma Gloria, ein Tochterunternehmen von Triumph, mit einer 1913 vorgestellten, bereits 1908 von Ernst August Crowsley erfundenen Bogenschwinge.
In Australien hatte James Goulding 1917 ein Patent für einen eigenständig gefederten Beiwagenrahmen erhalten, dessen Konstruktion sich am Markt durchsetzte; ein ähnliches System stammte von den Brüdern Finley (Floater-Beiwagen). All diese ausländischen Konstruktionen waren Peka also um Jahre voraus.

 

Querlenker-Konstruktion von Eberhardt 1922
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Eberhardts Lösung unterschied sich von den bis dahin in Deutschland angebotenen Seitenradfederungen, die fast ausschließlich auf gezogenen Radschwingen beruhten. Er entwickelte stattdessen eine Querlenker-Schwinge, vermutlich in Anlehnung an Konstruktionen aus dem Automobilbau, und erhielt dafür im März 1922 unter der Nummer 400232 die Patentschrift des Reichspatentamtes. Das Patent sicherte die Konstruktion und ermöglichte den weiteren Aufbau der Beiwagenfabrik.

1924 präsentierte Peka auf der Automobilausstellung in Berlin (Halle 2) mehrere Modelle. Besonderes Interesse fand ein schnittiger, bequemer Aluminium-Sport-Beiwagen, der sich durch einfaches Ummontieren der Armaturen rasch in einen Tourenbeiwagen mit Schutzscheibe und Schutzplane verwandeln ließ. Blickfang der Ausstellung war zudem ein Drei-Mann-Feuerwehrgeräte-Beiwagen.

Die Fahrgestelle für mittlere und schwere Motorräder fertigte Peka durchgängig aus nahtlos gezogenem Stahlrohr; die Verbindungsstellen waren in Muffen gesteckt und hartverlötet. Die Karosserie hing in Blattfederpaketen, was dem Passagier einen angenehmen Fahrkomfort bot. Als Extraausstattung standen ein Armaturenbrett mit Uhr und ein Reservereifenhalter zur Verfügung.

Zwei Modellbezeichnungen sind überliefert: das Peka-Tourenboot mit Einstiegstüre und aufklappbarer Front sowie das Peka-Sportboot, bei dem der Reservereifen im Heck untergebracht war. Seit Firmenbeginn verwendete Peka für die beiden unteren Befestigungen sogenannte Kugelgelenke, die nach Einstellung der Fahrwerksgeometrie mit Kontermuttern festgeklemmt wurden.

Bei sportbegeisterten Fahrern genoss Peka einen guten Namen und wurde an unterschiedlichste Motorräder montiert. Bei einer Fahrt im Jahr 1928 vertraute der Esslinger Fahrer Huttenbacher auf ein gefedertes Peka-Boot und ließ damit manchen Teilnehmer mit starrem Chassis hinter sich.

Im Mittelpunkt der zeitgenössischen Diskussion um das gefederte Beiwagenrad stand die Kostenfrage. Der konstruktive Mehraufwand musste bezahlt werden, zudem erhöhten die Federungssysteme das Leergewicht und beeinträchtigten dadurch die Fahreigenschaften.

Erst die Mitte der 1920er Jahre von Walter Stoye und Johann Mittenzwei bei der Stoye-Beiwagenfabrik entwickelte Radfederung setzte sich durch und ließ die Kritik verstummen; bis Ende der 1920er Jahre hatte sich das gefederte Beiwagenrad allgemein durchgesetzt, blieb wegen der höheren Kosten jedoch den Luxusmodellen vorbehalten.

Die allgemeine Wirtschaftskrise Anfang der 1930er Jahre führte schließlich dazu, dass Peka die Beiwagenproduktion aufgab, da sich kaum noch jemand ein sportliches Gespann leisten konnte. Über die insgesamt Produzierten Stückzahlen ist nichts bekannt.

 

 

Siehe auch Beiwagenradfederung

Beiträge in MG 47, 51, 75, 84, 104

Letzte Bearbeitung: 22. Juli 2026

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