Nagy

Emerich Nagy betrieb in Wien eine eigene Beiwagen-Erzeugung. Der Firmensitz lag in Wien XVII, Ranftlgasse 19, Telefon A 20-1-94. Belegt ist die Firma über zwei Anzeigen und einen redaktionellen Rückblick in der Zeitschrift Das Motorrad.

Eine großformatige Anzeige vom 1. Jänner 1930 bewirbt zwei Modelle: den NAGY-Seitenwagen mit Presstahlrahmen und Schwingachse, geschützt durch das österreichische Patent Nr. 112.686, sowie als Neuheit für 1930 den NAGY-Rohrseitenwagen mit Schwingachse zum Preis von 650 Schilling. Die Anzeige wirbt mit dem Satz, Presstahlrahmen seien im Motorrad- und Seitenwagenbau die Zukunft.

[image]

Eine ausführlichere Beschreibung in derselben Ausgabe ordnet Nagy als Pionier ein: Wie zuvor im Rahmenbau der Motorräder habe der Presstahlrahmen nun auch im Beiwagenbau Eingang gefunden, und die Möglichkeit dieser Verwendung habe zuerst der Konstrukteur Nagy erkannt. Der Nagy-Seitenwagen sei zu diesem Zeitpunkt keine unerprobte Bauart mehr, sondern bereits in vielen Exemplaren im Gebrauch und an verschiedenste Markenmaschinen angeschlossen.

Ein Rückblick in derselben Zeitschrift vom 15. März 1935 würdigt Meister Nagy dafür, Erfahrungen aus dem Flugzeugbau auf die Seitenwagenkonstruktion übertragen zu haben. Der Artikel schreibt ihm den ersten vollen Erfolg dieser Neuerung bei den angeschlossenen Seitenwagen zu.

 

Technik

Ein Bruch sei bei diesem Seitenwagen praktisch ausgeschlossen, da nur bestes Material verwendet werde und alle eingelöteten Muffen entfallen. Das einzige innerhalb der Konstruktion notwendige Lager sei als Silentblocklager ausgeführt und benötige weder Wartung noch Schmierung. Zwei weiche Langblattfedern sorgen in Verbindung mit der Schwingachse, gehalten von einer kräftigen Auslegerfeder, für die Dämpfung von Stößen und Vibrationen.

 

Einordnung

Über Emerich Nagy als Person und über die Betriebsgeschichte der Firma abseits dieser Zeitschriftenbelege ist derzeit nichts bekannt. Eine allgemeine Websuche zum Namen Nagy im Zusammenhang mit Seitenwagenbau bleibt ohne Treffer. Der Firmenname und Standort Wien sind jedoch durch die Anzeigen selbst eindeutig belegt, nicht nur durch eine Sekundärquelle.

 

 

Quellen:

Letzte Bearbeitung: 22. Juli 2026

Gespann-Katalog

Alle lieferbaren Beiwagen­modelle mit technischen Daten, Hersteller­fotos und Stand­ortkarte – 34 Hersteller, 138 Modelle. Jahres­zugang für 8 €.
Damit unterstützt du dieses Projekt Gespann-Lexikon.

Zugang holen →

Sidecar-Shop

Sidecar-Kalender 2027, T-Shirt „Sidecar Safety Briefing“ und Aufkleber – für alle, die das Gespannfahren sichtbar machen wollen.

Zum Shop →

Lexikon unterstützen

Das Gespann-Lexikon ist werbefrei und kostenlos. Server und Hosting kosten Geld. Wer nur das Lexikon nutzt und keinen Katalog benötigt, kann auch direkt spenden.

Per PayPal spenden →