Udo Haubrich stellte 1997 eine 125er Motovelo mit Velorex-Beiwagen vor.
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Motovelo war ein kleines russisches Motorradmodell mit 125-cm3-Zweitaktmotor, das 1997 von Udo Haubrich in Deutschland importiert wurde. Vorgestellt als Gespann in Kombination mit einem Velorex-Beiwagen.
Hintergrund
Die Motovelo richtete sich gezielt an Fahrer mit eingeschränkter Führerscheinklasse. Durch die Leistung von zehn PS und eine Drosselung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h war das Gespann auch mit der Führerscheinklasse 1b fahrbar, womit Gespannfahren bereits ab 16 Jahren möglich wurde. Wurde der Führerschein der Klasse 2, 3 oder 4 vor dem 1. April 1980 ausgestellt, konnte die Motovelo-Velorex-Kombination zudem legal mit dem Autoführerschein bewegt werden.
Werksherkunft:
Minsker Motorrad- und Fahrradwerk (Belarus), ab 2007 unter dem Namen Motowelo/Motovelo geführt. 2017 insolvent, 2018 liquidiert. Die in Deutschland 1997 importierte 125er entstammt damit der letzten Generation klassischer Minsk/Motovelo-Zweitakter vor dem Ende der eigenständigen Fertigung.
Technik
Motor: Zweitakter, 10 PS
Getriebe: Vierganggetriebe, ungewöhnlich lange Schaltwege
Höchstgeschwindigkeit: ca. 80 km/h (gedrosselt)
Kettenantrieb: serienmäßiger Vollkettenschutz
Instrumente: Tachometer mit drei Kontrollleuchten
Abmessungen Motorrad/Gespann
Radstand: 1260 mm
Spurbreite: 1120 mm
Vorlauf: 130 mm
Vorspur: 25 mm
Nachlauf VR: 115 mm
Bereifung Motorrad: 3.00 x 18
Fahrverhalten
Im unteren Geschwindigkeitsbereich fährt sich das Gespann nahezu wie mit Vorderradschwinge, die Telegabel verkraftet den Beiwagen trotz des Nachlaufs von 115 mm gut, die Lenkkräfte bleiben moderat. Aufgrund des geringen Gewichts des Velorex-Beiwagens verliert dieser in Rechtskurven ohne Beiwagenpassagier schnell den Bodenkontakt, sodass Zweiradfahren zur leichten Übung wird. In Linkskurven ist bei unterschätzter Geschwindigkeit oder Kurvenradius ein Überschlag über die Achse Vorderrad-Beiwagenrad möglich, da der hohe Schwerpunkt im Gegensatz zu breitreifigen Gespannen nicht frühzeitig in den Drift übergeht.
Anschlusssystem
Das Velorex-Anschlusssystem selbst gilt als haltbar. Kritisch bewertet wurde der hintere untere Anschluss am Fußrastenausleger, der laut Importeur in der Serienausführung durch ein Hilfsrahmenelement ersetzt werden sollte.
Preis
5390 Mark (1997, vorgestellte Ausführung mit Velorex-Beiwagen)
Beitrag MG 37 (1997)