Motosacoche (MAG = Motosacoche Acacias Genève) war ab ca. 1900 als Komplettmotorrad- und Motorenhersteller tätig, mit Werken in Genf (CH), Lyon (FR) und Mailand (IT). Der Markenname bedeutet wörtlich „Motor im Sack" – ein selbständiges Antriebsaggregat, das in Fahrräder eingebaut werden konnte.
Motosacoche-Gespanne beim schweizer Militär.
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Sidecar-Kombinationen im Programm
Motosacoche bot frühzeitig vollständige Gespann-Kombinationen an:
ca. 1918 – 750GL Combination: V-Twin, als Gespann ausgeliefert (belegtes Foto-Dokument)
ca. 1918 – 6hp Combination (Two-speed): Im britischen Katalog als vollständiges Gespann gelistet
1918/1919 – 1000cc Sidecar Outfit: V-Twin 2C9-Modell mit Beiwagen, Paris Salon 1919 ausgestellt; bekannt als "Moulin à Café" (frz.) / "Kaffeemühle" (dt.) – wegen der eigenwilligen Form des Schalthebels. Teilweise auch als Autosacoche bezeichnet. IOE-Ventilsteuerung, Bandtrommelbremse (dummy belt rim). Auktionsbeleg: 1921er Exemplar mit Originalbeiwagen, 2020 in der Schweiz für CHF 27.600 versteigert (Bonhams, Chéserex).
1921 – 2C9 Motorcycle Combination (1000cc): Rahmen-Nr. 3170, Motor-Nr. 2C9A 65749; dokumentiertes Auktionsstück mit Motosacoche-Originalbeiwagen. Belegt in der Schweiz (Region Thun).
1925 – Type 803 „10 CV Tourisme Luxe": Explizit als Sidecar Combination werksseitig angeboten; MAG V-Twin, 3-Gang-Getriebe.
Motorsport mit Gespann
Beim legendären Klausenrennen 1934 gewann Fritz Köhler (Leipzig) die Gespann-Klasse bis 350 ccm auf einer Motosacoche. Das Gespann wurde nach dem Krieg getrennt (Motorrad im Westen, Beiwagen im Osten Deutschlands) und nach dem Mauerfall wieder vereint. 2004 siegte das Gespann in Originaloptik beim Klausenrennen Memorial erneut in seiner Klasse.
MAG-Motoren in Fremdgespannen
MAG-Motoren wurden von zahlreichen europäischen Herstellern verwendet, die selbst Gespanne bauten: u.a. Condor (CH, inkl. Schweizer Armee), Monet-Goyon (FR), Imperia (DE), Neander (DE), Condor (CH). Die frühen Schweizer Armeegespanne fuhren ebenfalls mit MAG-Antrieben, bevor Condor auf eigene Motoren umstieg.
Technische Kenndaten (bekannte Gespann-relevante Modelle)
|
Modell |
Jahr |
Motor |
Hubraum |
Bes. Merkmal |
|
2C9 / Autosacoche |
1918–ca. 1922 |
V-Twin IOE |
1000 cc |
„Kaffeemühle"-Schalthebel |
|
750GL Combination |
1918 |
V-Twin |
750 cc |
– |
|
6hp Combination |
ca. 1918 |
V-Twin |
ca. 750 cc |
2-Gang, Kettenantrieb |
|
Type 803 Tourisme Luxe |
1925 |
MAG V-Twin |
k.A. |
3-Gang, Werk-Gespann |
Hinweis zur Quellenlage: Spezifische technische Daten zum Type 803 (Hubraum, Bohrung/Hub) sind in öffentlich zugänglichen Quellen dünn. Die Angabe „10 CV" deutet auf ein größeres V-Twin-Aggregat hin, vermutlich ~750–1000 ccm.
Motosacoche aus Lyon von 1928 mit einem Nachbau-Beiwagen des niederländischen Oldtimer Spezialisten Samwel.
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Motosacoche-Gespann für die Rennstrecke.
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Motosacoche, vorgestellt in MG 212
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Beiträge in MG 11, 86, 109, 212
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