Der VEB Metallbearbeitung Falkensee mit Sitz in Berlin-Staaken, Feldstraße 7, fertigte von 1951 bis 1959 den leichten Beiwagen „Falke“. In einem DEWAG-Werbeprospekt von 1951 erscheint der Betrieb auch als „VEB (K) Metallindustrie Staaken“; dieselbe Bezeichnung findet sich auch in MOTORRAD-GESPANNE.
Ob es sich dabei um eine Umbenennung, eine Doppelbezeichnung oder zwei rechtlich getrennte, am selben Standort ansässige Einheiten handelt, ist aus den bislang vorliegenden Quellen nicht abschließend zu klären.
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Einsatzbereich
Der „Falke“ war für leichte Motorräder bis 350 Kubikzentimeter Hubraum ausgelegt. In zeitgenössischer Werbung wurden unter anderem MZ BK 350, AWO 425/427T, EMW und BMW R 35 als passende Zugmaschinen genannt. Er galt als preisgünstigster Beiwagen der DDR.
(Nicht zu verwechseln mit dem Falke-Beiwagen von Sauer)
Konstruktion
Kennzeichnend war eine achteckige, zeppelinförmige Bootsform. Die Seitenwagenschwinge war geschoben, das Boot am Heck über eine Gummibandfederung gelagert. Die Fahrwerksgeometrie galt als einfach, die Bodenfreiheit für den Geländeeinsatz als gering.
Technische Daten
Gewicht: 56 kg
Breite: 850 mm
Länge: 1850 mm
Farbausführung: schwarz oder rot, Einbrennlackierung
Anbausystem: universell, herstellerübergreifend
Ausrisse aus einem Prospekt von 1959.
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Bekannte Schwächen
Die einfache Fahrwerkskonstruktion führte in der Praxis häufig zu Verwindungsschäden, zudem löste sich die Lackierung vorzeitig ab. Als Mitursache gilt die angespannte Materiallage der frühen DDR-Jahre.
Einordnung
Der VEB Metallbearbeitung Falkensee gehörte zu mehreren kurzlebigen ostdeutschen Beiwagenherstellern der unmittelbaren Nachkriegszeit, die sich am Markt nicht dauerhaft behaupten konnten. Weitere zeitgenössische Hersteller waren HTH (Hans Tautenhahn, Hartenstein/Sachsen, 1924 bis Mitte der 1970er Jahre), GeWo (Gerhard Wolff, Dresden-Altwilschdorf, 1952 bis 1960) und die Firma Wünsche (Pirna-Copitz, etwa 1951 bis 1965/66). Als dauerhaft dominierender DDR-Hersteller setzte sich letztlich Walter Stoye Fahrzeugbau (Leipzig, Beiwagenbau ab etwa 1925, Betrieb 1920 bis 1990) durch.
Abgrenzung
Nicht zu verwechseln ist der VEB Metallbearbeitung Falkensee mit dem VEB Landmaschinenbau Falkensee, einem eigenständigen Betrieb am gleichnamigen Ort (ab 1954 Landtechnik und Förderanlagen, ab 1978 im Kombinat Fortschritt, bis 1990), der nachweislich nichts mit Beiwagenbau zu tun hat. Ebenfalls unabhängig davon ist der seit rund 25 Jahren angebotene Beiwagen „Falke“ von Sauer/Müller, siehe Falke (Sauer).
Quellenstand
Standort, Zeitraum und Firmenbezeichnung sind durch MOTORRAD-GESPANNE (Heft 164 und 170) sowie durch einen originalen Werbeprospekt von 1959 gestützt (siehe Bildmaterial oben). Die Angaben zu Gewicht, Abmessungen und Farbausführung stammen aus zeitgenössischem Werbematerial, wiedergegeben auf zwei webbasierten, nicht archivarisch abgesicherten Quellen (siehe Quellen unten). Das genaue Gründungsdatum, der Grund der Produktionseinstellung 1959 sowie Mitarbeiterzahl und Produktionsstückzahlen sind bislang nicht mit Primärquellen belegt.
Quellen:
MOTORRAD-GESPANNE Nr. 164, S. 59–62
MOTORRAD-GESPANNE Nr. 170, S. 67
fmode.de/falke, „Falke Beiwagen – VEB Falkensee – ein Restaurationsbericht“
projekt-eindruck-le.de, „Industriegeschichte: Leipzig und sein drittes Rad – Motorradseitenwagen aus und in Leipzig“
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