Technikbericht (MG Nr. 31, Januar 1996, S. 20–23), Autor: Jörg Röschmann
Zusammenfassung
BTS steht für „Bernd Tittler Spezial". Bernd Tittler aus Kiel fährt seit mindestens zehn Jahren (Stand 1996) mit seinem BTS-Guzzi-Gespann auf europäischen Rennstrecken. Die aktuelle Ausführung 1996 heißt BTS II. Das Fahrzeug ist so leicht gebaut, dass Ballastgewichte montiert werden müssen, um das Mindest-Trockengewicht von 250 kg zu erreichen.
Motorentwicklung:
Die Hubraumpalette reichte von 850 über 1040 und 1100 sowie 1160 bis hin zu 1211 ccm. Für den 1211er Motor werden über 110 PS (aus Zweiventil-Boxern) geschätzt; der 1160er dürfte noch über 100 PS leisten. Angestrebtes Drehmoment: 100 Nm. Ein Kurbelwellenbruch am 1160er beim Moto-aktiv-Lauf in Zolder beendete die Saison 1995 vorzeitig. Die Motoren haben BOT-Niveau erreicht.
Motor-Tuning:
Ventile: Einlass 44–51 mm Durchmesser (teils Titan); Auslass 37–43 mm; Nockenwelle mit mehr Hub und Überschneidung
Kolben: Bohrung von 83 mm auf bis zu 97 mm (1211 ccm); Zylinder aus Rohlingen, Büchsen aus Grauguss
Vergaser: 41,5er Malossi; Mikuni-Eigenbau 45 mm in Erprobung
Kupplung: Daytona-Schwungscheibe, 8 Sintermetall-Scheiben (4 kg leichter als Original)
Getriebe: Hohlgebohrte Wellen, ausgefräste Zahnräder; 1. und 2. Gang länger; 5. Gang näher am 4.
Bremsen: Durchbohrte CB-750-Scheiben mit FJ-1200-Sätteln vorn; Brembo-Zange mit Guzzi-Scheibe hinten; Lockheed-Produkt am Beiwagenrad
Fahrwerk: Serienrahmen mit Seitenwagenrahmen von Heinz Bals. Räder: 7 Zoll breit, 13 Zoll Ø, Alu-Felgen auf Leichtmetallradsternen, Niederquerschnittsreifen (Automobilsport). Vordergabel: selbst geschweißt aus nahtlosen Präzisionsrohren, Nachlauf über Exzenter verstellbar.
Karosserie:
GfK-Teile; Maschinenverkleidung von Ducati Pantah; Monocoque-Tankattrappe aus GfK. Batterie und Tank ins Boot verlagert. Federung hinten: verkürzte Fournales-Federbeine ohne Federn (Dämpfung nur durch Luft und Öl).
Ca. 90 % der Arbeiten durch Bernd Tittler selbst; Spezialarbeiten bei Firma Ölfuß.