Italienisches Militärmotorrad von Moto Guzzi, gebaut 1939–1943 im Werk Mandello del Lario als Nachfolger der GT 20. Eingesetzt vom Regio Esercito, der Milizia della Strada und der Polizia dell'Africa Italiana an allen Kriegsfronten des Zweiten Weltkriegs.
Die Alce (Elch) wurde in drei Versionen gefertigt: Monoposto (Solo, einsitzig), Biposto (Solo, zweisitzig) und die Beiwagenversion (Motocarrozzetta) Attrezzata – . Von den insgesamt rund 6.390 Solo-Exemplaren kamen 669 als Sidecar-Ausführung zur Auslieferung.
Sonderausstattung: Bei Bersaglieri-Einheiten (motorisierte Schützenregimenter) wurde teilweise ein Breda Mod. 30-Maschinengewehr schwenkbar am Gabelkopf montiert.
Aus der Alce-Mechanik entstand 1940–1943 zusätzlich der TriAlce, ein dreirädriges Militärfahrzeug (Motocarro) mit Ladefläche, das u. a. zum Geschützschleppen und zum Funkgerätetransport eingesetzt wurde (1.741 Exemplare).
Nach Kriegsende 1946 wurde die Entwicklung als Superalce fortgeführt.
Technische Daten Moto Guzzi Alce, Baujahr 1942.
Motor: Liegender Einzylinder-Viertaktmotor, wechselgesteuert, Bohrung x Hub: 88 x 82 mm, Hubraum: 498,4 ccm, Leistung: 9,7 kW (13,2 PS) bei 4000U/min, Viergangschubrad-Getriebe mit Handschaltung, Sekundärantrieb über Kette.
Fahrwerk: Doppelschleifenrohrrahmen aus Stahlrohr und Stahlblech, Parallelogramm-Gabel mit Reibungsstoßdämpfer, gefederte Schwinge mit Reibungsstoßdämpfern hinten, Speichenräder.
Bereifung: 3.50 x 19 rundum
Beiwagenfahrgestell: Stahlrohrrahmen mit gezogener Zweiarm-Schwinge aus Blechformteilen, Federung über Schraubendruckfeder, Bootskörper aus Blechformteilen, Reserveradhalter am Heck, Speichenrad
Beitrag in MG 37