AJL

Beiwagenhersteller in Leipzig. Gründer: Hermann Ahlborn. Produktion von 1909 bis 1939.

AJL zählte zu den frühen deutschen Beiwagenfirmen, die gemeinsam mit Herstellern wie Jokisch, Dessauer und Stoye die Entwicklung des Beiwagenbaus prägten.

Modelle im Programm waren u. a. FLH und Favorit. [MG 16]

 

Gegründet von Hermann Ahlborn, hatte die Firma ihren Sitz in der Leipziger Südvorstadt, zunächst in der Kaiserin-Augusta-Straße 35b (heute Richard-Lehmann-Straße), später in der Elisenstraße 12 (heute Bernhard-Göring-Straße).

Neben Motorrad-Beiwagen fertigte AJL auch Autotransport- und Campinganhänger sowie Renn- und Lieferbeiwagen für Sonderzwecke. Ein dreifarbiger Verkaufsprospekt aus den Jahren 1937/38 zeigte sechs Seitenwagen-Grundtypen in Aluminium- oder Stahlausführung, mit eckigen Profilen oder Rundrohrrahmen, wahlweise mit Kofferraum, verchromter Felge und Bremsnabe sowie optionalem Limousinenverdeck für Allwettertauglichkeit. Das leichte Sportmodell „Kanu“ ähnelte dem Konkurrenzprodukt der Leipziger Firma Stoye.

AJL zählte damit neben Jokisch (Marke „Juwel“), Dessauer und Stoye zu den bedeutenden Leipziger Beiwagenherstellern der Vorkriegszeit. Nach 1945 blieb allein der Name Stoye bestehen, der später im VEB Werk IV aufging.

Mit der Umstellung auf Rüstungsproduktion im Zweiten Weltkrieg und dem Tod Hermann Ahlborns als Luftwaffenpilot im September 1941 endete die Beiwagenfertigung endgültig. Die vom selben Unternehmen betriebene Kegelbahnfertigung besteht bis heute als Ahlborn Kegel- und Bowlingbahnbau GmbH im Leipziger Stadtteil Alt-Lindenau fort.

Original erhaltene AJL-Beiwagen (häufig Baujahr 1929) tauchen bis heute vereinzelt auf dem Sammlermarkt auf.

 

 

Quellen:

MOTORRAD-GESPANNE Nr. 62, S. 13

MOTORRAD-GESPANNE Nr. 87, S. 7

MOTORRAD-GESPANNE Nr. 93, S. 27

projekt-eindruck-le.de, „Industriegeschichte Teil 3: Seitenwagenherstellung in Leipzig“ (Stand 2026)

Letzte Bearbeitung: 4. Juli 2026

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